Wittelsbacherbrücke muss bald saniert werden: Pro Bahn fordert Tram-Linie

Bald schon fünf Jahre ist es her, dass der Stadtrat die große Ausbauoffensive für den öffentlichen Verkehr in München beschlossen hat. Neben Erweiterungen der U-Bahnlinien 4 und 5 und dem Bau der neuen U-Bahnlinie U9 war vor allem der Ausbau des Tramnetzes im Fokus.
Der tramfreundliche Fahrgastverband "Pro Bahn" hat diese Tramoffensive nun im Zuge der Pläne für die Sanierung der Wittelsbacherbrücke wieder in Erinnerung gerufen.
Der aktuelle Anlass: Seit einigen Tagen macht die Stadt sogenannte "Aufschlussbohrungen"in den Grünflächen an der Wittelsbacherbrücke. Das sind vorbereitende Maßnahmen für die Gesamtsanierung der Wittelsbacherbrücke, die voraussichtlich im Jahr 2029 losgehen soll.
Marode Wittelsbacherbrücke: Stadt soll neue Tramlinie gleich berücksichtigen
Die Brückensanierung ist Teil des ersten Maßnahmenpakets der Stadt zur Sanierung ihrer Brücken, darunter sind auch zum Beispiel die Donnersbergerbrücke oder die Thalkirchner Brücke (AZ berichtete).
Wie viel die Sanierung der Wittelsbacherbrücke kosten wird, wie lange sie dauert und was genau alles gemacht werden muss, ist noch offen. Ende 2029 soll es voraussichtlich losgehen, wie das Baureferat schreibt.
"Wenn die voraussichtlich Ende 2029 startende Sanierung wieder etwa 45 Jahre lang hält, ist klar: Die Tram soll deutlich früher realisiert werden, als die dann nächste Sanierung ansteht", sagt Andreas Frank, der Münchner Sprecher des Fahrgastverbands "Pro Bahn", in einer Mitteilung.
Die sogenannte "Kapuzinertram" zwischen Silberhornstraße und Hauptbahnhof soll die Stadt darum unbedingt bei der jetzigen Sanierung schon berücksichtigen und die Brücke "entsprechend vorrüsten", so Pro Bahn.
Eine Tram auf dieser Strecke würde laut Pro Bahn die "heute hochfrequentierten" Buslinien 58 und 68 zwischen Silberhornstraße und Hauptbahnhof aufwerten. Eine Tram sei "spürbar attraktiver und leistungsfähiger als der Bus" und führe damit auch zu mehr Fahrgästen. Laut dem Fahrgastverband würde außerdem der Bund die Baukosten zu 90 Prozent übernehmen.
Kapuzinertram zwischen Hauptbahnhof und Silberhornstraße: Stadt soll sie bald umsetzen
Für Pro Bahn ist die Kapuzinertram neben der Tram-Nordtangente die wichtigste Strecke abseits jener, die in Neubauvierteln geplant sind.
Im Maßnahmenpaket zur Erhaltung der Münchner Brücken hat die Stadt auch bei der Wittelsbacherbrücke bereits Voruntersuchungen unternommen.
In den Dokumenten dazu ist auch die Rede von "terminlichen Abhängigkeiten" zur geplanten Tram-Querung, sowie "verkehrsplanerischen Untersuchungen" zum Radentscheid und zum Umbau des Baldeplatzes. Auf der linken Isarseite soll nach einer Forderung des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt zudem eine neue Radunterführung gebaut werden.
Zunächst untersucht das Baureferat jetzt aber die Grünflächen an der Wittelsbacherbrücke und auch die Mittelinsel. Diese Arbeiten dauern noch bis Anfang November. Im Bereich der Schyrenstraße fallen darum einige Parkplätze weg. Je nach Arbeiten werden auch Fuß- und Radwege zusammengelegt und Busstreifen gesperrt sein.