Wiesn: FDP will das Rauchverbot sofort

Thomas Hacker, dem Chef der Liberalen im Landtag, stinkt die Ausnahme für das Oktoberfest 2010 und fordert gleiches Recht für alle. Grüne: „Er ist eine beleidigte Leberwurst“.
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Thomas Hacker, dem Chef der Liberalen im Landtag, stinkt die Ausnahme für das Oktoberfest 2010 und fordert gleiches Recht für alle. Grüne: „Er ist eine beleidigte Leberwurst“.

MÜNCHEN Auf dem Oktoberfest soll schon heuer das Rauchverbot gelten. Das fordert der Chef der FDP-Fraktion im bayerischen Landtag, Thomas Hacker. Ihm stinkt, dass auf der Wiesn noch weiter gepafft werden darf.

„Wenn die Bevölkerung sich gegen das Rauchen entschieden hat, dann sollte das auch so umgesetzt werden. Ohne Ausnahme“, so der Liberale. „Eben für alle.“

Ist das jetzt die Rache dafür, dass die Bayern anders entschieden haben, als die FDP wollte? Sie hatte nach der Landtagswahl in der Koalition die Lockerung des Rauchverbotes durchgesetzt. Hacker, der mächtige FDP-Mann im Koalitionsausschuss, stammt aus Bayreuth. Dort klagen nun die oberfränkischen Bierzeltbetreiber, dass bei ihnen das Verbot gelte, in der Landeshauptstadt aber nicht. In einem Interview mit dem „Nordbayerischen Kurier“ giftet Hacker: „Ich war ja für die bestehende Lockerung des Rauchverbotes in Bierzelten. Aber wenn wir jetzt eine Entscheidung des bayerischen Volkes haben, dann habe ich wenig Verständnis auch aus oberfränkischer Sicht, wenn für uns etwas gilt, was für München nicht gelten soll.“ Das totale Rauchverbot, das am 1. August in Kraft tritt, sieht keine Ausnahmen vor.

Der Münchner Stadtrat hatte bereits vor dem Volksentscheid eine Ausnahme für die Wiesn beschlossen. Dort soll Rauchfreiheit herrschen, weil sich die Wirte nicht mehr auf das Verbot einstellen könnten. Das aber will Hacker nicht einsehen. „Nur das Kreisverwaltungsreferat in München hat gesagt, dass das Rauchverbot nicht vollziehbar sei. Aber wenn es in diesem Jahr nicht vollziehbar ist, warum sollte es dann im nächsten Jahr vollziehbar sein?“ Münchens Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle kontert genervt: „Offensichtlich hat Herr Hacker von der Diskussion in München nichts mitbekommen.“

Die Grünen schmunzeln. Ihre Vorsitzende Theresa Schopper: „Hacker ist jetzt endlich aufgewacht und gibt die beleidigte Leberwurst.“ Für die Ökopartei, die das Bürgerbegehren unterstützte, ist klar, dass erst auf der Wiesn 2011 Rauchverbot herrscht. Schopper: „Dann gilt’s. Aber wir gehen davon aus, dass auch heuer schon nicht mehr viel geraucht wird.“

Die Raucher-Ausnahme in München weckt aber auch woanders Begehrlichkeiten. Das Volksfest in Rosenheim und das Gäubodenfest in Straubing hoffen ebenfalls auf eine Gnadenfrist. Angela Böhm

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