Wechsel bei der S-Bahn: Heiko Büttner ist der neue Sekunden-Jäger

Heiko Büttner (48) löst nach acht Jahren Bernhard Weisser ab – und will, dass die Münchner künftig "stolz auf ihre S-Bahn" sind. Sein erster Tag beginnt, nun ja, mit Bahnchaos.
| Irene Kleber
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Posieren fröhlich für die Staffelübergabe: Der alte und der neue S-Bahn-Chef, Bernhard Weisser (l.) und Heiko Büttner.
DB/dpa/Frank Leonhardt/az Posieren fröhlich für die Staffelübergabe: Der alte und der neue S-Bahn-Chef, Bernhard Weisser (l.) und Heiko Büttner.

Heiko Büttner (48) löst als neuer Chef nach acht Jahren Bernhard Weisser ab – und will, dass die Münchner künftig "stolz auf ihre S-Bahn" sind. Sein erster Tag beginnt, nun ja, mit Bahnchaos.

München - Der erste Morgen im neuen Job deutet schon an, wohin die Reise geht. Als Heiko Büttner (48) sich gestern früh um halb acht daheim in Laim die Krawatte bindet für seinen Auftritt im Hotel Maritim, wo er zum neuen, mächtigen Chef der S-Bahn München gekrönt werden soll, tobt am Ostbahnhof das S-Bahnchaos.

Täglich 1.100 S-Bahnfahrten mit 840.000 Fahrgästen

"S 3 evakuiert", melden die ersten Nachrichtendienste. Ein Achslager glüht und raucht, Stammstrecke gesperrt. Eine hässliche Panne, mal wieder, die keine gute Presse bringen wird. Aber der Mann, täglicher Stammstrecken-Fahrgast übrigens, hat Glück. Als er kurz nach 8:30 Uhr am Laimer Bahnhof steht, in der Hoffnung, doch pünktlich den Hauptbahnhof samt Eventhotel zu erreichen, ist die Sperrung gerade aufgehoben. "Ich habe zehn Sekunden gewartet", erzählt er später, "dann war meine S-Bahn da".

Es ist ein riesiges Unternehmen, das Büttner (der 1996 als Jurist zur Deutschen Bahn kam und zuletzt Personal-Geschäftsführer bei der DB-Vertrieb in Frankfurt war), fortan leiten soll – und eins der am engsten verzahnten Nahverkehrsnetze Europas: 1.100 S-Bahnfahrten täglich auf den acht Münchner Linien, 434 Schienenkilometer, 150 Haltestellen – und 840.000 Fahrgäste an jedem Tag (wobei das Netz 1972 nur für 240.000 geplant worden ist).

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Seit Jahren klagen die Münchner über drangvolle Enge im Berufsverkehr, viele Ausfälle und Verspätungen. Bis die zweite Stammstrecke Entlastung bringen wird, dauert es noch locker zehn Jahre – und München wird noch weit dichter bewohnt sein als jetzt. Es wird also nicht gehen ohne modernere Züge und Taktverdichtungen, "ich werde, wie mein Vorgänger, weiter Sekunden jagen müssen", sagt er. Und will, auch wenn das "nicht einfach" wird, vor allem die Zahl der Zugausfälle reduzieren: "Ich werde dafür kämpfen, dass die Münchner stolz auf ihre S-Bahn sind."

Erstmal aber wird es darum gehen, den Wettbewerb um die Frage zu gewinnen, wer ab 2019 die Münchner S-Bahn weiter betreiben wird. Ein Übergangsvertrag mit dem Freistaat läuft dann nämlich ab.

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