Verschärfte Corona-Regeln fürs Shoppen in München: "Es ist ein Desaster"

Wer in München shoppen will, braucht seit Mittwoch neben einem Termin zusätzlich noch einen negativen Corona-Test – und das scheint viele potentielle Kunden abzuhalten. Für einige Händler lohnt sich ein Öffnen ihrer Geschäfte schon gar nicht.
| Lukas Schauer
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Die Sendlinger Straße am Donnerstag: So gut wie ausgestorben.
Die Sendlinger Straße am Donnerstag: So gut wie ausgestorben. © privat

München - FFP2-Maske, aktueller negativer Corona-Test, "Click & meet": Wer seit Mittwoch in München shoppen will, muss einiges an Aufwand betreiben, um überhaupt ins Geschäft kommen zu dürfen. Das sorgt für leere Straßen und massive Umsatzeinbußen.

Wolfgang Fischer, Geschäftsführer vom Verein der Innenstadthändler CityPartner, sagt mit einer gehörigen Portion Galgenhumor im Gespräch mit der AZ: "Wirklich toll für Kundinnen und Kunden – sie haben sehr viel Platz in den Geschäften." Ganz ernstgemeint sprechen die Zahlen aber einer dramatische Sprache: "Die Frequenzrückgänge sind enorm. Minus 80 Prozent bis über minus 90 Prozent", so Fischer.

Viele Händler steigen aufs Online-Geschäft um

Das liegt auch daran, weil Gastronomie und Kultur ebenfalls noch geschlossen sind. "Solange die Besucher mit einem negativen Test nicht auch in die Gastronomie, Kino, Theater können, wird die Akzeptanz niedrig bleiben", glaubt Fischer.

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Viel Geschäfte schließen daher erst gar nicht auf, sondern steigen komplett auf den Online-Handel und "Click & collect" um, sagt auch Bernd Ohlmann, Pressesprecher vom Bayerischen Einzelhandelsverband.  So wie etwa die große Kaufring-Filiale am Münchner Ostbahnhof, die auf ihrer Homepage schreibt, dass man "aufgrund der aktuellen Corona-Inzidenz und der geringen Testkapazitäten" gar nicht erst Termine vergebe.

Corona-Regeln fürs Shoppen: "Es ist ein Desaster"

"Es ist ein Desaster, schlimmer als befürchtet", sagt Ohlmann der AZ am Telefon. Mit den jetzigen Regeln seien Betriebs- und Personalkosten nicht zu decken. "Die Fußgängerzonen sterben aus." Wenn die Geschäfte einen Umsatzrückgang von sechzig Prozent haben, sei das noch verhältnismäßig wenig, so Ohlmann. "Die Politik hat uns mit den neuen Regeln ein faules Ei ins Nest gelegt".

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Derweil habe sich immer wieder gezeigt, dass der Einzelhandel kein Pandemietreiber ist – selbst in Supermärkten mit Millionen Kundenkontakten jeden Tag bayernweit habe es keine Auffälligkeiten gegeben, so Ohlmann.

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