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Verkehrspläne für München: Mehr Pariser Flair, dafür keine Parkplätze mehr

Mehr Grün, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer. Dafür weniger Parkplätze und weniger Fahrspuren. Was sich 2022 in der Altstadt verändert.
| Christina Hertel
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Der Max-Joseph-Platz wird bislang von der Tiefgarageneinfahrt dominiert. Das soll sich langfristig ändern.
Der Max-Joseph-Platz wird bislang von der Tiefgarageneinfahrt dominiert. Das soll sich langfristig ändern. © Daniel von Loeper

München - Die Münchner Altstadt, wo zwar viele hübsche graue Gemäuer, aber wenig grüne Bäume stehen, muss sich verändern. Davon ist die Architektin Andrea Stadler-Bachmaier von den Grünen überzeugt. Sie ist die Chefin des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel.

Die Stadt muss kreativ werden

Wenn das Herz Münchens nicht eines Tages völlig überhitzen und das Leben dort nicht mehr erträglich sein soll, muss die Stadt nun kreativ werden, sagt sie. München sollte aus ihrer Sicht mehr wie Paris denken, wo die Pariser Bürgermeisterin ankündigte, die Prachtstraße Champs-Élysées in einen "außergewöhnlichen Garten" zu verwandeln.

Tatsächlich plant die Stadt, ein neues Konzept für die Innenstadt zu entwickeln. Für 2022 ist eine große Beteiligung der Öffentlichkeit geplant. Ziel ist, attraktive Aufenthaltsorte mit viel Grün zu schaffen. Außerdem sollen in der Altstadt möglichst keine Autos mehr fahren.

Eine autofreie Altstadt

Spätestens bis 2025 sollen alle Parkplätze auf der Oberfläche verschwinden - auch die für Anwohner. Ein Beschluss, wie die autofreie Altstadt umgesetzt werden soll, wird laut Mobilitätsreferat in diesem Jahr fallen. Die Bezirksausschuss-Chefin der Altstadt geht davon aus, dass im Tal noch in diesem Jahr erste Maßnahmen umgesetzt werden.

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Zum Beispiel könnten dann alle Kurzzeitparkplätze entfallen, die Freischankflächen erweitert und mehr Sitzgelegenheiten geschaffen werden, sagt Andrea Stadler-Bachmaier. Bis das Tal aber endgültig zur Fußgängerzone oder zumindest zu einem verkehrsberuhigten Bereich wird, dauere es aber noch bis 2030. Denn erst, wenn die Baustelle für die Zweite Stammstrecke am Marienhof fertig ist und kein Baustellenverkehr mehr durchs Tal muss, könne die Stadt da konkreter werden.

Hier soll es schneller gehen

Schneller soll es in der Westenriederstraße, die den Viktualienmarkt und das Isartor verbindet, gehen. Einen Abschnitt erklärte die Stadt im vergangenen Jahr zur Sommerstraße und machte positive Erfahrungen. Ein Verkehrsversuch endet Anfang Juni. Dann ist es das Ziel, die gesamte Straße zur Fußgängerzone zu machen.

Die Gestaltung des Isartors

Das Planungsreferat kündigt an, sich im ersten Halbjahr 2022 mit der Gestaltung des Isartors zu befassen. Stadler-Bachmaier hofft, dass sich der Stadtrat dafür entscheidet, auch dort die Fahrspuren zu reduzieren und die Grünflächen zu verbreitern. Die Stadtmauer könnte dann erlebbarer werden, sagt sie.

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Max-Joseph-Platz: Knackpunkt Tiefgarage

Auch mit der Frage, wie der Max-Joseph-Platz vor der Oper schöner werden könnte, wird sich der Stadtrat 2022 befassen. Ein Knackpunkt ist, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher, wie die Stadt mit der Auffahrt zur Tiefgarage bei der Oper umgehen soll. Denn der Pachtvertrag für die Garage läuft laut Bickelbacher noch um die zwei Jahrzehnte.

Auch für den Odeonsplatz ist Kreativität gefordert: Für den Abschnitt zwischen Feldherrnhalle und Von-der-Tann-Straße soll es 2022 einen Gestaltungswettbewerb geben. Bickelbacher hofft auf mehr Grün. Bäume zu pflanzen könnte aber wegen des Denkmalschutzes schwierig sein, vermutet er.

Ziel ist, dass ab dem Odeonsplatz bis zum Amiraplatz die Brienner Straße zur Fußgängerzone wird. Bis dahin müsse die Stadt viele Fragen klären, sagt Stadler-Bachmaier - etwa, wie die Busse dann fahren.


Im nächsten Teil der Serie: Was personell passiert

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