Verband fordert: Einzelhandel auch bei Inzidenz über 100 offen lassen

Die Öffnungen des Einzelhandels könnten angesichts der steigenden Corona-Zahlen bald wieder rückgängig gemacht werden. Der Einzelhandelsverband CityPartner will hingegen, dass die Geschäfte auch bei einer Inzidenz von über 100 weiter öffnen dürfen.
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Die Fußgängerzone in München – (beinahe) menschenleer.
Die Fußgängerzone in München – (beinahe) menschenleer. © Sven Hoppe/dpa

München - Die Corona-Zahlen in München steigen unaufhörlich weiter – bei der Inzidenz könnte bald der kritische Grenzwert von 100 erreicht sein. Kritisch deshalb, weil die "Notbremse" in Kraft tritt, sollte der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegen.

"Notbremse" könnte kommen: Bald wieder alles dicht?

In der Folge würden die am 8. März eingetretenen Öffnungen und Lockerungen, die die Bundesregierung beschlossen hatte, wieder rückgängig gemacht werden. Auch für den Einzelhandel hätte das Eintreten der "Notbremse" drastische Auswirkungen, denn viele der Läden müssten wieder schließen!

Der Einzelhandelsverband CityPartner München e.V. setzt sich deshalb dafür ein, dass "Click & meet"-Konzept auch bei einer Inzidenz von über 100 zuzulassen. Bei "Click & meet" musst der Kunde im Voraus einen Termin buchen, für eine festgelegte Zeit darf er sich dann in den Ladenräumen aufhalten. Zudem ist eine Angabe der persönlichen Daten zur Kontaktnachverfolgung nötig. Laut Beschluss der Bundesregierung gilt "Click & meet" in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100. Bei einem Wert von unter 50 dürfen die Läden "normal", also ohne vorherige Terminbuchung des Kunden, öffnen.

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"Wo sonst gibt es solche Schutzmaßnahmen!?"

Doch weil die Corona-Zahlen in ganz Deutschland wieder steigen, wird Berichten zufolge darüber nachgedacht, möglicherweise schon vor Erreichen der 100er-Inzidenz von der "Notbremse" Gebrauch zu machen. Für CityPartner ist die wieder drohende Schließung unverständlich: "Die Handelsunternehmen erfüllen seither die strengsten Vorgaben überhaupt! Terminvereinbarung, Erfassung der Kundendaten, feste Zeiteinteilung, Abstandsregelung, FFP2-Masken und zudem: nur eine Kundin bzw. ein Kunde pro 40 m² !!! Wo sonst gibt es solche Schutzmaßnahmen!?", schreibt der Einzelhandelsverband in einer Mitteilung vom Sonntag.

Sollten die Geschäfte wieder schließen müssen, wäre das laut CityPartner für viele Einzelhändler wohl das endgültige Aus – der Verband spricht von einer "Katastrophe" für die Innenstädte, Handelsunternehmen und deren Beschäftigte.

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CityPartner: Nicht nur auf Inzidenz fokussieren

Der Verband kritisiert das alleinige Fokussieren auf den Inzidenzwert. "Entscheidungsträger in der Politik ignorieren bisher beharrlich alle Forderungen der Experten, endlich von dieser Fixierung abzurücken", schreibt CityPartner in der Mitteilung. "Angesichts der bekannten, wirklichen Infektionsherde ist es widersinnig ausgerechnet die Handelsunternehmen des 'nicht-täglichen Bedarfs' mit den strengsten Vorgaben und den sichersten Hygienekonzepten, die nicht zum Infektionsgeschehen beitragen, wieder zwangszuschließen!"

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Eine Entscheidung, ob der Einzelhandel wieder schließen muss oder nicht, dürfte es bereits am Montagabend geben. Dann informieren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) wieder über die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz.

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