Nach Kokain-Skandal: So steht es um die Wiederwahl von Neubibergs CSU-Bürgermeister
Die Gemeinde Neubiberg zählt gerade einmal 14.500 Einwohner. Dennoch sorgte ihr Erster Bürgermeister weit über die gelben Ortsschilder hinaus für Aufmerksamkeit – eine Bekanntheit, auf die man in Neubiberg wohl gern verzichtet hätte.
Oktober letzten Jahres war der CSU-Politiker Thomas Pardeller (38) vor einer Münchner Disco von der Polizei mit Kokain erwischt worden (AZ berichtete). Trotz des Skandals wählten ihn heuer noch mehr Neubiberger als noch 2020: Mit einem Plus von über zehn Prozentpunkten erreichte Pardeller fast die Hälfte aller Stimmen. Nur 0,3 Prozent fehlten zum direkten Wahlsieg.
CSU-Ortsverband stärkt ihm trotz Koks-Eklat den Rücken
Gegenüber der AZ beschreibt Pardeller den Wahlabend als "kleinen Krimi" und berichtet, bei der Auszählung zeitweise sogar über der 50-Prozent-Marke gelegen zu haben. Dass er nun in die Stichwahl gegen Carola Grimminger (Grüne) muss, nimmt er gelassen. "Im zweiten Rutsch bin ich dann zuversichtlich", gibt er sich am Telefon gut gelaunt.
Pardeller lobt Sonntagabend vor allem sein Team, das hinter ihm stehe. Und tatsächlich stärkte ihm sein CSU-Ortsverband trotz seines Koks-Eklats den Rücken.
Ein CSUler tanzte allerdings aus der Reihe: Tobias Thalhammer. Öffentlich kritisierte er das Verhalten des CSU-Bürgermeisters scharf. Laut Medienberichten versuchte man in der CSU daraufhin, gerichtlich gegen ihn vorzugehen und ihn zum Schweigen zu bringen. Wohl nur mit mäßigem Erfolg: Das Landgericht München I habe die einstweilige Verfügung in drei von fünf Punkten aufgehoben, teilte Thalhammer zuletzt mit.

