Fürstenfeldbruck: Magnetfischer finden scharfe Mörsergranaten

Das Magnetfischen ist ein beliebter, aber auch verbotener Zeitvertreib: In Fürstenfeldbruck hatten zwei Angler großes Glück, als sie zwei Zündköpfe für Mörsergranaten aus dem Wasser zogen. Experten entschärften die hochgefährlichen Zünder.
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Beim Magnetfischen wird ein entsprechend starker Magnet an einem stabilen Seil befestigt und durch Teich, See, Fluss oder sonstiges Gewässer gezogen. Alles, was an dem Magneten haften bleibt, kann so ganz einfach geborgen werden. (Symbolbild)
Beim Magnetfischen wird ein entsprechend starker Magnet an einem stabilen Seil befestigt und durch Teich, See, Fluss oder sonstiges Gewässer gezogen. Alles, was an dem Magneten haften bleibt, kann so ganz einfach geborgen werden. (Symbolbild) © imago images/Michael Eichhammer

Fürstenfeldbruck - Zwei Magnetfischer haben am Sonntagnachmittag an einem Seitenarm der Amper einen ebenso ungewöhnlichen wie gefährlichen Fang gemacht: Gegen 15.30 Uhr zogen die beiden in Fürstenfeldbruck zwei Zündköpfe für Mörsergranaten aus Kriegszeiten aus dem Wasser, wie die Polizei berichtet.

Die 24- und 26-jährigen Männer verständigten nach ihrem Fund die Polizei, die Entschärfungsspezialisten rückten unmittelbar an. Telefonisch wurde die Anweisung erteilt, bis zum Eintreffen der Spezialkräfte 50 Meter Abstand zu den hochexplosiven Sprengkörpern zu halten. Die Technische Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamts entschärfte die hochgefährlichen Zünder noch vor Ort und ohne weitere Vorfälle.

Die beiden Männer müssen mit einer Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Wasserhaushaltsgesetz rechnen, denn die Technik des Magnetfischens ist in Bayern nach Landesrecht grundsätzlich  verboten. Hintergrund: Beim Magnetfischen wird ein entsprechend starker Magnet an einem stabilen Seil befestigt und durch Teich, See, Fluss oder sonstiges Gewässer gezogen. Alles, was an dem Magneten haften bleibt, kann so ganz einfach geborgen werden.

Bayerisches Wasserhaushaltsgesetz: Magnetfischen ist verboten

Diese Methode ist jedoch gemäß bayerischem Wasserhaushaltsgesetz verboten, es bedarf einer speziellen Erlaubnis des Landratsamtes. Verstöße können mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Auch Angler, die eine gültige Berechtigung zum Fischfang des betreffenden Gewässers haben, sind nicht automatisch berechtigt, das Magnetangeln auszuüben. Das Bayerische Fischereigesetz umfasse diese Technik nicht, so die Polizei.

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Magnetfischen: "Gefahren  werden unterschätzt"

Nach Angaben der Sprengstoff-Experten hatten die Männer aus Fürstenfeldbruck sehr viel Glück: "Das Magnetfischen ist auch in Deutschland ein zunehmend beliebter Zeitvertreib. Doch die Gefahren werden unterschätzt. Immer wieder werden Waffen und Munition geborgen, die aufgrund von Verschmutzungen oder Rost oft nicht gleich als Kampfmittel erkennbar sind. Für die Magnetfischer selbst, aber auch für alle umstehenden Personen besteht dann absolute Lebensgefahr."

Das Magnetangeln schädigt zudem die Umwelt: Der durch das Wasser gezogene Magnet wirbelt Sedimente auf, die sich am Gewässergrund abgesetzt haben und auch Schadstoffe - beispielsweise ausgetretenes Munitionspulver alter Kriegswaffen - enthalten können. Diese Schadstoffe geraten so wieder in den Wasserkreislauf. Auch können Pflanzen am Gewässergrund durch den Magneten selbst beschädigt oder zerstört und Tiere verletzt werden.

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