Um 85.000 Euro betrogen: Putzmann nimmt hilfesuchende Mutter aus

Um seine Tablettensucht zu finanzieren, nahm ein 45-jähriger Putzmann sein Opfer aus. Mit dem Geld sollte eigentlich dem Sohn der Frau geholfen werden.
| John Schneider
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Ein Putzmann hat eine hilfesuchende Mutter ausgenutzt und sie um 85.000 Euro betrogen. (Symbolbild)
Ein Putzmann hat eine hilfesuchende Mutter ausgenutzt und sie um 85.000 Euro betrogen. (Symbolbild) © IMAGO / Shotshop

München - Ihr Sohn wurde im Oktober 2019 wegen des Vorwurfs eines in Ungarn begangenen Raubes in Rumänien verhaftet. Die verzweifelte Mutter (48) wandte sich in ihrer Not an ihre rumänische Freundin - die Schwester des Angeklagten - und bat diese, ihr bei der Suche nach einem geeigneten Rechtsanwalt für ihren Sohn zu helfen. Nachdem dieser zwischenzeitlich nach Ungarn ausgeliefert worden war, empfahl die Freundin, sich an ihren Bruder, einen 45-jährigen Putzmann, zu wenden, da dieser über Kontakte in Ungarn verfüge.

85.000 Euro erschlichen: Betrüger finanziert Tablettensucht

Der Angeklagte täuschte der Schneiderin daraufhin vor, ihr einen Anwalt vermitteln zu wollen und behauptete, dass der von ihm vorgeblich angeheuerte Anwalt für seine Dienste diverse Geldzahlungen fordere. Damit wollte er unter anderem seine Tablettensucht finanzieren. Die um ihren Sohn besorgte Mutter zahlte daraufhin insgesamt 85.000 Euro an den Angeklagten. Dafür wandte sie ihre gesamten Ersparnisse auf und verschuldete sich bei Bekannten und Freunden.

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Geständnis: Putzmann hat Opfer bereits 50.000 Euro zurückgezahlt

50.000 Euro hat der geständige Betrüger inzwischen bereits zurückgezahlt. Der Angeklagte gibt an, dass er damals große Mengen eines Schlafmittels konsumiert habe. "Ein normaler Mensch würde bei diesem Konsum sterben, wenn eine gewisse Gewohnheit nicht vorhanden ist. Seit drei Wochen ist er bei Null. Diese Runterdosierung war mit großen Schwierigkeiten verbunden", erklärt sein Verteidiger im Prozess.

Die geschädigte Schneiderin berichtet vor Gericht, dass der Betrüger zunächst 5.000 Euro verlangte. "Danach hat er immer wieder gesagt, wir brauchen Geld für den Anwalt, für das Gericht und für Dolmetscher und so weiter."

Das Amtsgericht verurteilt den 45-Jährigen zu einer Haftstrafe von 22 Monaten, die aufgrund des Geständnisses und der Rückzahlung von 50.000 Euro zur Bewährung ausgesetzt werden.

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