Ude platzt im Tunnelstreit der Kragen - Warnung vor Kollaps

Der geplante zweite Münchner S-Bahn-Tunnel ist eines der größten Infrastrukturprojekte in Bayern – und dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) platzt wegen des nicht enden wollenden Gezerres der Kragen.
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S-Bahn-Tunnel auf der Stammstrecke in München
Mike Schmalz S-Bahn-Tunnel auf der Stammstrecke in München

MÜNCHEN - Der geplante zweite Münchner S-Bahn-Tunnel ist eines der größten Infrastrukturprojekte in Bayern – und dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) platzt wegen des nicht enden wollenden Gezerres der Kragen.

Ude forderte CSU und FDP am Samstag auf, die Scharmützel einzustellen und das Milliardenprojekt endlich in Angriff zu nehmen. Der SPD-Politiker warnte vor einem Kollaps des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum München mit negativen Auswirkungen auf den Regionalverkehr bis weit in die ländlichen Regionen hinein. „Wir sind jetzt tatsächlich am letzten Drücker“, sagte Ude der Nachrichtenagentur dpa.

Denn eigentlich soll der Tunnel bis zu den erhofften Olympischen Winterspielen 2018 fertig werden – doch das ist wegen der völlig ungeklärten Finanzierung ungewiss. CSU und FDP sollten „nicht das Schwarze-Peter-Spiel spielen, sondern tätig werden“, verlangte Ude. Die zweite Stammstrecke sei das wichtigste Infrastrukturprojekt der Staatsregierung. „Die Stammstrecke ist notwendig, um einen Zusammenbruch des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum München zu verhindern.“

Der Tunnel komme auch nicht nur München zugute. „Der Ausbau des gesamten Nahverkehrs hängt daran, dass dieses Nadelöhr beseitigt wird. Wir wollen ja auch Regionalzüge durch den Tunnel fahren lassen.“

Der Tunnel soll als zweite Route zur hoffnungslos überlasteten Stammstrecke durch die Münchner Innenstadt dienen. Hauptproblem ist das fehlende Geld. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) will mittlerweile Geld aus dem Etat des Bundes für die erhofften Winterspiele 2018 beantragen, da das vom CSU-Politiker Peter Ramsauer geleitete Bundesverkehrsministerium am Sparzwang leidet.

Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber wirft FDP-Mann Zeil vor, er sei bei der Planung zu langsam. Die FDP konterte am Samstag mit dem Vorwurf, die CSU habe die Verzögerungen selbst zu verantworten, weil sie in den Jahren ihrer Alleinregierung auf den Transrapid gesetzt habe. Die CSU wolle damit von eigenen Versäumnissen in der Vergangenheit ablenken, sagte der FDP-Wirtschaftsexperte Franz Xaver Kirschner.

„Wenn CSU und FDP sich gegenseitig Versäumnisse vorwerfen, haben beide recht“, spottete darüber Ude. Ebenso wie die FDP macht Ude die gescheiterten CSU-Pläne zum Bau des Transrapid in München verantwortlich – denn in dieser Zeit hatte die Staatsregierung zwischenzeitlich den S-Bahn-Ausbau nicht weiter verfolgt. Ude warf der CSU vor, fünf Jahre mit dem „Hirngespinst Transrapid“ verplempert habe. (dpa)

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