U3/U6 fahren zur Wiesn wieder – danach trifft es Pendler erneut
Ruhig ist es an der Poccistraße am Mittwochmittag. Zehn bis 20 Menschen warten an einer provisorischen Haltestelle auf ihren Bus, der zwischen Implerstraße und Sendlinger Tor die U-Bahn-Linien U3 und U6 ersetzt. Die Fahrgäste haben allen Grund zur Freude: Ab Samstag fahren die U3 und U6 wieder regulär zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße – genau zum Wiesn-Beginn.
An der provisorischen Bushaltestelle der Poccistraße spricht die AZ mit Mykhailo Miroshkin (23). "Natürlich freue ich mich, dass die U-Bahn wieder normal fährt." Miroshkin könne nun direkt mit der U3 durchfahren und spare sich dadurch den Umweg mit dem Ersatzbus. Die Pendler werden hier auf eine harte Probe gestellt: Die Ersatzbusse stehen im Stau und sind oft überfüllt. Eine 115 Meter lange U-Bahn lässt sich mit einem 18 Meter langen Gelenkbus nur schwer ersetzen.
Die erste Phase der Baustelle geht zu Ende
Seit dem 18. Mai läuft nun die Baustelle bei der U-Bahn. Grund dafür ist die Sanierung der U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz, deren Bauwerke in schlechtem Zustand sind. In drei Phasen sanieren die Stadtwerke die Bahnhöfe.
Phase 1 der Baustelle soll am Freitag enden. Auf Nachfrage der AZ versichert ein MVG-Sprecher, dass man weiterhin im Zeitplan liege. Zu Betriebsbeginn am Samstag (ca. 4 Uhr morgens) würden die U3 und U6 wieder auf ganzer Strecke durchfahren. Da bleibt also noch etwas Zeit zum Einspielen, bis die ersten Besucher am Vormittag zur Wiesn strömen.

Darum sind die U3 und U6 zur Wiesn so wichtig
Die U3 und U6 sind elementar für die Anreise zur Wiesn. Sie bieten eine Alternative zu den stark nachgefragten Linien U4 und U5, die direkt an der Theresienwiese halten. Die MVG empfiehlt ausdrücklich, mit der U3/U6 zur Poccistraße und zum Goetheplatz zu fahren. Der Weg zum Festgelände ist von beiden Stationen kurz. Von der Baustellenpause profitieren damit auch die regulären Pendler, die aus Fürstenried oder Großhadern in die Innenstadt reinfahren.
So läuft Phase 2 ab
Zu lange dürfen sich diese Pendler aber nicht freuen: Ab Montag, dem 5. Oktober, geht es weiter mit Phase 2 der Baustelle – direkt nach der Wiesn. Anders als in Phase 1 fährt nun ein Pendelzug im Zehn-Minuten-Takt zwischen Goetheplatz und Implerstraße. Allerdings hält der Pendelzug nicht an der zwischengelegenen Poccistraße. Der Halt an der Poccistraße sei laut einem MVG-Sprecher nicht möglich, weil am Bahnsteig Bauarbeiten stattfinden: "Um einen niveaugleichen Einstieg zur Verbesserung der Barrierefreiheit zu erreichen, wird das Bahnsteigniveau angehoben. Aus diesem Grund ist kein Fahrgastwechsel möglich."
Parallel zur U-Bahn fahren wieder Ersatzbusse im Fünf-Minuten-Takt: Der Ersatzbus U3 bedient den Abschnitt Sendlinger Tor bis Implerstraße und hält am Goetheplatz und an der Poccistraße. Bis Hauptbahnhof Süd fährt der Ersatzbus X6. Von Norden kommend fährt die U6 bis zum Goetheplatz, die U3 endet schon am Sendlinger Tor. Im Süden fahren die U3/U6 ab Implerstraße alle zehn Minuten nach Fürstenried West oder Klinikum Großhadern. Das alles läuft bis voraussichtlich Freitag, den 27. November.
Eine weitere Baustellenpause im Winter
Zur Weihnachtszeit will die MVG den Pendlern das Leid ersparen und lässt die U3/U6 wieder regulär fahren. Dann wartet das Jahr 2027 mit Phase 3. Zwischen dem 12. April und dem 1. August wird der Abschnitt Sendlinger Tor bis Implerstraße erneut voll gesperrt, wie in Phase 1. Fahrgast Mykhailo Miroshkin darf sich mit Tausenden weiteren Fahrgästen auf erneute Umwege einstellen.
