Streit um die "Pille danach"

Verhütung als Zankapfel. Die grüne Münchner Parteisprecherin wettert: "Das Weltbild der Jungen Union entmündigt Frauen!"
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München - Streit davor und die Pille danach: Noch ehe der Bundestag eine Verordnung zur rezeptfreien Abgabe der Pille danach beschlossen hat, zoffen sich Grüne Jugend und Junge Union (JU) um das Thema.

Die JU hatte sich gegen die Aufhebung der Rezeptpflicht ausgesprochen. In einer Erklärung heißt es:

"Die genaue Wirkung der ,Pille danach‘ ist unklar. Der Einnahmezeitpunkt ist für die möglicherweise Schwangere völlig unkontrollierbar. Die Wirksamkeit des Medikaments ist mindestens bis zu 72 Stunden nach der Befruchtung nachgewiesen. In diesem Zeitraum ist in vielen Fällen bereits ein lebensfähiger Embryo gezeugt. Solche Frühabtreibungen sind mit den Grundsätzen der Jungen Union nicht vereinbar."

Der Bundestag dürfe einen entsprechenden Beschluss des Bundesrats nicht zustimmen.

Die Grüne Jugend kontert prompt.

Die Münchnerin Theresa Kalmer, die Bundessprecherin des grünen Partei-Nachwuchses, höhnt: "Die Junge Union macht sich mit ihrer PM lächerlich. Die  ,Pille danach' bricht keine Schwangerschaft ab, sondern verhindert oder verzögert lediglich die Ovulation. Die Junge Union scheint das nicht verstanden zu haben."

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Kalmer weiter: "Genauso wenig scheint die Junge Union das Selbstbestimmungsrecht der Frau zu kennen. Das Weltbild der Jungen Union entmündigt Frauen. Es fehlt nur noch, dass die Junge Union ein Verhütungsverbot fordert, um ihr Weltbild zu vervollständigen. Dabei soll kein Staat und keine Kirche in den Bauch von Frauen regieren können."

Ihre Parteifreundin Larissa Bochmann sagt: "Der Wirkungsgrad der Pille liegt innerhalb der ersten 24 Stunden bei 95 Prozent, aber sinkt mit jeder Stunde.Dabei sollte eine effektive nachträgliche Verhütung jeder Frau möglichst schnell und kostenfrei gewährleistet sein - die Rezeptpflicht behindert dies und ist zusätzlich demütigend für die Frauen."

Was die Junge Union dazu wohl sagt?

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