Streit im Münchner Stadtrat um Kulturstrand im Sommer

Wer darf den Isarstrand ausrichten? Das soll in Zukunft der Stadtrat entscheiden. Damit wird die Party endgültig zum Politikum.
| Florian Zick, Irene Kleber
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Wer darf’s machen? Der Isarstrand entzweit den Stadtrat.
Daniel von Loeper Wer darf’s machen? Der Isarstrand entzweit den Stadtrat.

München - Der Streit um den Isarstrand nimmt immer absurdere Formen an.

Nach tagelangem Vorgeplänkel hat der Stadtrat das KVR am Dienstag nun entmachtet. Künftig will das Lokalparlament selbst entscheiden, wer die Flussparty ausrichten darf.

Neuer Streit um den Isar-/Kulturstrand

Die SPD hätte die Entscheidung zwar gerne auch weiterhin der Behörde überlassen. „Da ist das Auswahlverfahren in guten Händen“, sagte Fraktionsvize Christian Vorländer. Eine Art Jamaika-Koalition aus CSU, Grünen und der Stadtratsfraktion von FDP, Hut und Piraten entriss dem Kreisverwaltungsreferat letztlich aber die Entscheidungsgewalt. Damit wird der Isarstrand nun endgültig zum Politikum.

CSU vermutet Mauschelei

Auch dieses Jahr waren SPD und CSU über das Thema schon einmal aneinandergeraten. Da waren erstmals nicht die Urbanauten, sondern überraschend deren Konkurrenten von der Urban League zum Zug gekommen. Und bei denen sitzt mit Dierk Beyer jemand mit rotem Parteibuch an den Hebeln.

Ärger um helle Weihnachtsdeko am Balkon

Beyer und das KVR haben zwar immer vehement abgestritten, dass es auch nur in geringster Weise eine Art von Mauschelei gegeben habe. Für die CSU war die Sache aber klar: SPD-Veranstalter, SPD-geführte Behörde – da könne es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Isarstrand wird zum Politikum

Wenn der Stadtrat die Vergabe des Isarstrands nun an sich reißt, werden solche Verstrickungen aber nicht aufgelöst. Eher im Gegenteil. Auch Urbanauten-Chef Benjamin David ist parteipolitisch nicht unbeleckt: Er ist Mitglied bei den Grünen, gilt zudem manchen als Protegé von CSU-Bürgermeister Josef Schmid. So wird der Isarstrand zu einem Kampf SPD gegen CSU und Grüne.

Nicht jeder im Rathaus war deshalb glücklich mit dem neuen Kapitel im Isarstreit. „Wir wollen nicht jedes wahlkampftaugliche Thema in den Stadtrat zerren“, sagte etwa Richard Progl (Bayernpartei). „Sonst müssen wir hier am Ende noch über die Vergabe von jedem Wiesn-Zelt, dem Riesenrad oder jeder Wurfbude einzeln abstimmen.“

Zumindest für kommendes Jahr ist eine parteipolitische Rangelei nun aber vorprogrammiert. Für 2018 will sich der Stadtrat dagegen offenhalten, neben dem Vater-Rhein-Brunnen noch einen zweiten Standort zu genehmigen. Die bereits bewährte Corneliusbrücke soll es zwar definitiv nicht werden, dem parteipolitischen Kräftemessen wäre die Entscheidung über den Isarstrand dann aber zumindest wieder entzogen.

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