Wenig Wachstum: Au-Haidhausen wird älter

Der Münchner Stadtbezirk Au-Haidhausen hat sich über die Jahre stark verändert. Die AZ schaut in die Zukunft.
| Bettina Funk
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Bevölkerungsentwicklung: Die Bevölkerung im Stadtbezirk Au-Haidhausen wird über die kommenden Jahre wohl nur noch sehr schwach ansteigen – auf 66.800 Menschen bis zum Jahr 2040.
Planungsreferat 4 Bevölkerungsentwicklung: Die Bevölkerung im Stadtbezirk Au-Haidhausen wird über die kommenden Jahre wohl nur noch sehr schwach ansteigen – auf 66.800 Menschen bis zum Jahr 2040.
Geburten und Sterbefälle: Immer weniger Babys in Au-Haidhausen: Die Zahl der Geburten (rote Linie) wird in den kommenden Jahren sinken, wie diese Grafik zeigt. Die Sterberate (blaue Linie) wird dagegen etwas steigen.
Planungsreferat 4 Geburten und Sterbefälle: Immer weniger Babys in Au-Haidhausen: Die Zahl der Geburten (rote Linie) wird in den kommenden Jahren sinken, wie diese Grafik zeigt. Die Sterberate (blaue Linie) wird dagegen etwas steigen.
Altersstruktur 2017 und 2040: Vor allem die Zahl der Älteren ab 60 wird im Stadtbezirk Au-Haidhausen bis 2040 stark zunehmen – um mehr als 30 Prozent. Bei den 70- bis 74-Jährigen wird der Anstieg (plus 44 Prozent) am größten sein. Die Zahl der Kleinkinder (bis 4 Jahre) dagegen sinkt.
Planungsreferat 4 Altersstruktur 2017 und 2040: Vor allem die Zahl der Älteren ab 60 wird im Stadtbezirk Au-Haidhausen bis 2040 stark zunehmen – um mehr als 30 Prozent. Bei den 70- bis 74-Jährigen wird der Anstieg (plus 44 Prozent) am größten sein. Die Zahl der Kleinkinder (bis 4 Jahre) dagegen sinkt.
Die Kirche St. Johann Baptist.
Michel Heiland 4 Die Kirche St. Johann Baptist.

München - Die Au und Haidhausen waren früher Herbergsviertel der Handwerker und Tagelöhner vor den Toren der Stadt. 1854 wurden sie eingemeindet und haben sich in der Gründerzeit zu Arbeitervorstädten entwickelt. Eine Besonderheit waren die zahlreichen Brauereien, die am rechten Isarhochufer, der Terrassenkante, ideale Standorte für Tiefbrunnen und Lagerkeller vorfanden.

Bevölkerungsentwicklung: Die Bevölkerung im Stadtbezirk Au-Haidhausen wird über die kommenden Jahre wohl nur noch sehr schwach ansteigen – auf 66.800 Menschen bis zum Jahr 2040.
Bevölkerungsentwicklung: Die Bevölkerung im Stadtbezirk Au-Haidhausen wird über die kommenden Jahre wohl nur noch sehr schwach ansteigen – auf 66.800 Menschen bis zum Jahr 2040. © Planungsreferat

Wenig Wachstum in Haidhausen

Der Stadtbezirk Au-Haidhausen hat mit 14.850 Einwohnern pro Quadratkilometer nach Schwabing-West die zweithöchste Dichte Münchens. Die durchschnittlichen Kaltmieten liegen derzeit bei knapp unter 20 Euro pro Quadratmeter.

Die Sozialstruktur der beiden Bezirksteile ist seit längerem im Umbruch. Die Zahl der Einwohner aber wird laut dem städtischen Demografiebericht bis 2040 nur mäßig wachsen: um 6,6 Prozent auf dann rund 66.800 Menschen.

Geburten und Sterbefälle: Immer weniger Babys in Au-Haidhausen: Die Zahl der Geburten (rote Linie) wird in den kommenden Jahren sinken, wie diese Grafik zeigt. Die Sterberate (blaue Linie) wird dagegen etwas steigen.
Geburten und Sterbefälle: Immer weniger Babys in Au-Haidhausen: Die Zahl der Geburten (rote Linie) wird in den kommenden Jahren sinken, wie diese Grafik zeigt. Die Sterberate (blaue Linie) wird dagegen etwas steigen. © Planungsreferat

Haidhausen 2040: Älter und weniger Nachwuchs

Was auffällt: Vor allem die Zahl der über 60-Jährigen im Stadtbezirk wird überproportional wachsen. Die Anzahl der Senioren im Alter zwischen 70 und 74 Jahren steigt um knapp 44 Prozent. Eine deutliche prozentuale Veränderung nach oben wird auch die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen zehn und 24 Jahren erfahren.

Viele Bewohner des fünften Stadtbezirks bleiben langfristig hier. Der Zuzug durch Jüngere kann diese allmähliche Alterung der aktuell noch recht jungen Bevölkerung im Bezirk nur etwas verzögern, aber nicht aufhalten.

Eine Folge dieser Alterung ist auch eine sinkende Geburtenzahl. Erblickten im Jahr 2017 noch 848 Babys hier das Licht der Welt, so wird es 23 Jahre später nur noch 760 Geburten geben. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Sterbefälle infolge der Alterung zu.

Altersstruktur 2017 und 2040: Vor allem die Zahl der Älteren ab 60 wird im Stadtbezirk Au-Haidhausen bis 2040 stark zunehmen – um mehr als 30 Prozent. Bei den 70- bis 74-Jährigen wird der Anstieg (plus 44 Prozent) am größten sein. Die Zahl der Kleinkinder (bis 4 Jahre) dagegen sinkt.
Altersstruktur 2017 und 2040: Vor allem die Zahl der Älteren ab 60 wird im Stadtbezirk Au-Haidhausen bis 2040 stark zunehmen – um mehr als 30 Prozent. Bei den 70- bis 74-Jährigen wird der Anstieg (plus 44 Prozent) am größten sein. Die Zahl der Kleinkinder (bis 4 Jahre) dagegen sinkt. © Planungsreferat

Kein Wachstum mehr durch Zuwanderung

Das größte Neubaugebiet ist auf dem ehemaligen Gelände der Paulaner-Brauerei. Dort werden von 2016 bis 2023 rund 1.500 Wohnungen für etwa 3.500 Menschen gebaut.

In der Vergangenheit ist die Bevölkerung vor allem durch Zuwanderung gewachsen. Gleichzeitig musste der Bezirk Verluste durch Umzüge innerhalb Münchens hinnehmen. In Zukunft werden sich diese beiden Zahlen die Waage halten.

Die Kirche St. Johann Baptist.
Die Kirche St. Johann Baptist. © Michel Heiland

Änderung in der Bevölkerung: Alteingesessene ziehen weg

Grund für den Zuzug war auch, dass Haidhausen als Szeneviertel galt. Denn das historische Stadtbild von Haidhausen blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend erhalten. Das führte dazu, dass Haidhausen in den 70er-Jahren neben der Schwanthalerhöhe zum zweiten großen Sanierungsgebiet der Stadt wurde.

Mit dieser Aufwertung des Quartiers und der direkten Verkehrsanbindung an die Innenstadt ging nicht nur ein Strukturwandel von einer Vorstadt zum City-Randgebiet einher, sondern auch ein Imagewandel. Haidhausen begann Schwabing als In-Viertel Konkurrenz zu machen. Dahingegen wurde die Hälfte der Häuser in der Au mit seinen charakteristischen alten Herbergen im Krieg vernichtet und in den 50er Jahren mit Einfachwohnungen wiederaufgebaut.

Der 25. Stadtbezirk: Laim wächst – aber nur langsam

Dass sich die Bevölkerung in Au-Haidhausen verändert hat, sieht auch die Vorsitzende des dortigen Bezirksausschusses (BA) Adelheid Dietz-Will (SPD). "Es gibt hier immer mehr reiche Leute mit großen SUVs", sagt sie. Und: "Beim Einkaufen treffe ich weniger Bekannte als früher, weil viele Alteingesessene wegziehen." Trotzdem fühlt sich die BA-Chefin wohl im Bezirk. "Der Weißenburger Platz ist der schönste Platz, den es gibt", findet sie. Das dürften viele Haidhauser auch so sehen.


Stadtbezirk in Zahlen: Au-Haidhausen (Stand 2019)

Fläche: 422 Hektar
davon Gebäude (und zugehörige Freiflächen): 236 Hektar
davon Erholungsflächen: 43 Hektar

Einwohner: 61.356
Ausländer: 14.446 (23,5 Prozent)
Arbeitslose: 1.016
Pkw: 19.601

Praxis-Ärzte: 165
Einwohner je Arzt: 372
Apotheken: 20
Schulen: 34
Kitas: 88
Museen/Theater/Kinos: 12
Bibliotheken: 11
Hotels: 19

Oberbürgermeister- Stichwahl 2014:
Josef Schmid (CSU): 31,1 Prozent
Dieter Reiter (SPD): 68,9 Prozent

Lesen Sie hier: Münchner Südwesten - Sendling wächst nicht mehr

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Lesen Sie hier: Pasing-Obermenzing - 13.000 Einwohner mehr bis 2040

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