Stadtspaziergang: Herbe Kontraste an der Ungererstraße

Der Stadtspaziergänger erkundet eine besondere Straße in München - mal idyllisch, mal rau, mal künstlerisch und auch mal sportlich.
| Sigi Müller
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Betongebirge unter Denkmalschutz: der Fuchsbau - von der Fuchsstraße aus gesehen.
Betongebirge unter Denkmalschutz: der Fuchsbau - von der Fuchsstraße aus gesehen. © Sigi Müller

Schwabing - Drei Monate April am Stück sind eigentlich genug, aber so richtig sah es zuletzt immer noch nicht nach einem Ende der Wetter-Misere aus. Auch in der vergangenen Woche stand ich oft am Fenster, um die Wolkenlücke zu suchen, die lange genug dauert, um eine neue Kolumne zu fotografieren.

Das Wahrzeichen der Ungererstraße

Auch in dieser Woche war wieder fast alles dabei. Sonne, Regen, Hagel (!) und Kälte. Mein Ziel war dieses Mal die Ungererstraße, vierspurig, an der Abzweigung zur Leopoldstraße, direkt an der Münchner Freiheit.

Als auffälligstes Wahrzeichen gleich am Anfang, die Erlöserkirche. Ein Kleinod aus dem Historismus und Jugendstil, vom Krieg unversehrt, mit dem markanten Turm, der von der Leopoldstraße aus schon aus großer Entfernung zu sehen ist.

Neben dem U-Bahneingang an der Münchner Freiheit eine kleine Wiese mit vielen Gänseblümchen. In Bauchlage gelingt mir ein Foto, das den Eindruck vermittelt, Schwabing sei hier noch ländlich - und die Ungererstraße gar nicht da.

Grün an der Erlöserkirche - das Weitwinkelobjektiv macht's möglich.
Grün an der Erlöserkirche - das Weitwinkelobjektiv macht's möglich. © Sigi Müller

Ich gehe stadtauswärts, sehe wunderschöne Häuser aus der Gründerzeit und dem Jugendstil mit vielen Verzierungen. Dann der brachiale Kontrast: Zur Linken schiebt sich der Betonriegel des "Fuchsbaus" ins Bild.

Ein Wohn- und Bürogebäude, das 1972 im Stil des Brutalismus erbaut worden ist - und mittlerweile unter Denkmalschutz steht.

Auch unter Denkmalschutz: herrschaftliche Mietshäuser an der Ungererstraße.
Auch unter Denkmalschutz: herrschaftliche Mietshäuser an der Ungererstraße. © Sigi Müller

Ein oberirdischer Fuchsbau

Namensgeber ist eigentlich die Fuchsstraße, die von der Ungererstraße abzweigt und am Hochhaus vorbeiführt. Aber irgendwie passt der Name zu dem Gebäude mit seinen vielen Eingängen überall und einer fast etwas unübersichtlichen Struktur.

Quasi ein oberirdischer Fuchsbau, der an der Ungererstraße mit Bauplanen verhüllt ist, es wird halt gerade saniert.

Späti und Tanke: die Esso an der Ungerer-, Ecke Dietlindenstraße.
Späti und Tanke: die Esso an der Ungerer-, Ecke Dietlindenstraße. © Sigi Müller

Weiter auf der rechten Seite die Esso-Tankstelle, eine Institution hier in der Umgebung, weniger wegen Benzin. Sie ist ein sehr beliebter Spät-Versorger in Schwabing.

Wieder ein Kontrast: das wunderschöne Gebäude Ecke Dietlindenstraße und auf der anderen Straßenseite eingewachsene, alte Villen. Viel grün in dem Abschnitt. Die Kastanien blühen mit ihren schönen Kerzenblüten.

Hartgesottene im Ungererbad

Bald schon sehe ich das Ungererbad, eingebettet in Frühjahrsgrün, schimmert hellblau das große Becken durch und das herrliche Gebäude mit den Umkleiden aus den 50er Jahren, das die Stadtwerke ja abreißen wollen.

Das Umkleidengebäude des Ungererbads - herrlichste 50er Jahre.
Das Umkleidengebäude des Ungererbads - herrlichste 50er Jahre. © Sigi Müller

Nur wenige Menschen sind im Bad, eine hartgesottene Frau zieht einsam eine Bahn und eine kleine Gruppe sitzt auf der Wiese. Der Nymphenburg-Biedersteiner-Kanal fließt durch das Bad, tritt nach dem Zaun aus und verschwindet im Untergrund.

Selten ist so leer wie in diesen Tagen: das Ungererbad.
Selten ist so leer wie in diesen Tagen: das Ungererbad. © Sigi Müller

Rostige, bemooste Rohre sind zu sehen, das Wasser glitzert in der Sonne. Hier endet heute mein Spaziergang. Und wie immer zuletzt habe viel Zeit damit verbracht, auf die Sonne zu warten.

Aber das schöne, satte Licht, welches dann durch die Bäume dringt, wenn die Sonne dann doch mal kurz scheint, entschädigt für die Warterei.

Kunst am Fuchsbau: die Steinplastik des Bildhauers Lászlo Szabó.
Kunst am Fuchsbau: die Steinplastik des Bildhauers Lászlo Szabó. © Sigi Müller

In diesem Sinne eine schöne Woche.

Ihr Sigi Müller

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