Sendlinger Tor: Setzte Gärtner Flüchtlingscamp unter Wasser?

Aktuell campieren rund 70 Flüchtlinge am Sendlinger-Tor-Platz und demonstrieren für ein Bleiberecht. Bisher gab es keine größeren Zwischenfälle vor Ort – nun ereignete sich allerdings ein Vorfall, bei dem die Polizei einschreiten musste. Involviert war wohl ein Angestellter der Stadt.
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Erst ein Polizist konnte den Gärtner stoppen. Da waren die Habseligkeiten der Flüchtlinge allerdings schon durchnässt.
Daniel von Loeper Erst ein Polizist konnte den Gärtner stoppen. Da waren die Habseligkeiten der Flüchtlinge allerdings schon durchnässt.

Altstadt - Ein Mann, der offenbar bei der Stadtgärtnerei arbeitet, hat das Flüchtlingscamp am Sendlinger-Tor-Platz mit seinem Sprühkran unter Wasser gesetzt. Das berichtete die "SZ" am Montagabend. Der Mitarbeiter habe am Montagvormittag Schlafsäcke, Isomatten und Decken der Flüchtlinge komplett nass gemacht. Eigentlich hatte der Mann die Aufgabe, ein Blumenbett zu bewässern, welches sich knapp neben dem Lager befindet. Es ist eine der ersten angespannten Situationen am Sendlinger-Tor-Platz – bisher war die Lage relativ ruhig und entspannt.

Der Gärtner hat seinen Traktor auch nicht angehalten, als einer der Flüchtlings-Unterstützer an die Scheibe klopfte und ihn bat, das Wasser abzustellen. Erst ein anwesender Polizist konnte das Fahrzeug stoppen. Doch da war es schon zu spät – das Lager stand unter Wasser.

Flüchtlinge dürfen länger campieren

"Klar, der Gärtner muss seinen Job machen. Aber er hätte uns einfach vorher Bescheid geben können, dann hätten wir unser Zeug weggeräumt. Warum muss er uns mit Absicht nass spritzen?", sagte einer der campierenden Flüchtlinge der "SZ". Seit Mittwochabend befinden sich rund 70 Flüchtlinge am Sendlinger-Tor-Platz und fordern mit der Protestaktion ein dauerhaftes Bleiberecht.

Lesen Sie hier: AfD-Lokal beschmiert - Polizeischutz beantragt

Einem Beschluss des Kreisverwaltungsreferats (KVR) zufolge hätte das Camp eigentlich nur bis Mittwochnachmittag bestehen dürfen. Würden die Flüchtlinge dann auch nach 15 Uhr noch am Platz sein, würde das Lager geräumt, teilte die Polizei mit. Doch mittlerweile wurde die Genehmigung bis zum 24. September verlängert – das KVR stimmte einem entsprechenden Antrag am Freitag zu.

Bis dahin wird die Polizei nun wohl noch wachsamer sein, damit sich Vorfälle, wie die am Montagvormittag nicht wiederholen.

Das sagt die Stadt zum Vorfall

Die Stadt München hat sich am Nachmittag ebenfalls zu Wort gemeldet und widerspricht der Meldung, dass die Schlafsäcke absichtlich unter Wasser gesetzt worden seien. Vielmehr sei es zu einem versehentlichen "Gießen" gekommen.

Stefan Hauf, Pressesprecher der Stadt, teilt mit: "Das Baureferat beauftragt im Hochsommer am Sendlinger Tor regelmäßig eine externe Fachfirma mit dem Gießen der Blumenbeete, Sträucher und Bäume. Dazu wird aufgrund der Platzverhältnisse üblicherweise ein spezielles Gießfahrzeug mit einem schwenkbaren Gießarm eingesetzt. Einzelne Blumenbeete in der Platzmitte können derzeit nur von den Trambahngleisen aus gegossen werden; dabei muss der Gießarm weit ausgefahren werden. Bei den gestern durchgeführten Gießarbeiten wurden völlig unbeabsichtigt drei Kunststoffsäcke nass; diese lagen, für den Fahrer nicht einsehbar, auf der Rückseite eines Pflanztroges."

 

 

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