S4-Ausbau im Münchner Westen: Drei Gleise reichen nicht

Initiativen kämpfen in Aubing für einen viergleisigen Ausbau der S4-Trasse. Jetzt haben sie prominente Unterstützung aus Berlin bekommen.
| Hüseyin Ince
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Cem Özdemir, Dieter Janecek, Katrin Habenschaden, Jan Halbauer, Dagmar Mosch und Martin Eberl (v.l.) an der S-Bahn Aubing.
Daniel von Loeper Cem Özdemir, Dieter Janecek, Katrin Habenschaden, Jan Halbauer, Dagmar Mosch und Martin Eberl (v.l.) an der S-Bahn Aubing.

Aubing - Noch ist zwar Zeit, bis der geplante Ausbau der S-Bahn im Münchner Westen tatsächlich beginnt. Von 2032 ist da die Rede bei der Bahn, also nach der Fertigstellung der Zweiten Stammstrecke. Aber gerade deswegen werden Anwohner des westlichen Münchner Umlandes aktiv, also jene, die am Ende der S4 leben, wie etwa in Puchheim oder in Eichenau. Denn: Der Ausbau ist nach aktuellem Stand dreigleisig geplant, statt - wie ursprünglich bis 2011 angedacht - viergleisig.

"Noch ist genug Zeit zu reagieren", sagt zum Beispiel Hartwig Hagenguth aus Grafrath, Aktivist der Bürgerinitiative (BI) "S4-Ausbau- jetzt", der am Mittwoch mit Dagmar Mosch an der Haltestelle Aubing auf Cem Özdemir traf. Der Münchner Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek hatte ihn nach München eingeladen. Özdemir ist Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag. Von ihm erwarten sich die Aubing Bewegung in der Debatte. "Zumindest sollte so gebaut werden, dass man später ohne Probleme auf vier Gleise aufstocken kann", so Mosch. Denn die momentane Planung mit einer Mitteltrasse und zwei Nebentrassen macht eine Aufstockung unmöglich. "Und wenn man beschließen sollte, dass doch vier Gleise gebraucht werden, müsste man alles wieder abreißen", sagt Mosch, "was für eine Verschwendung von Steuergeldern."

Vor Ort: Özdemir kritisiert die CSU

Momentan fahren die Züge im Westen zweigleisig – was schon lange nicht mehr reicht, da sich die S-Bahn wie so häufig die Gleise mit dem Regionalverkehr teilt. "Das sind im Prinzip noch die Kapazitäten von 1972, als das Münchner S- und U-Bahnnetz zur Olympia fertiggestellt wurde – und das bei etwa doppelter Bevölkerungszahl", sagt Martin Eberl von der BI, ein Lehrer aus der Eichenau, der in Dachau arbeitet.

Özdemir schüttelt den Kopf, wirkt fassungslos und versucht ein wenig Mut zu machen. "Das ist wirklich untragbar. Aber leider keine unübliche Situation in ganz Deutschland", sagt er zu Eberl und wendet seine Blicke auch an alle Anwesenden. "Ich unterstütze Sie alle in Ihrem Anliegen. Leider hat das Bundesverkehrsministerium, das in den letzten Jahren von CSU-Politikern geführt wurde, oft die falschen Entscheidungen getroffen", sagt Özdemir und setzt dann noch einen drauf: "Oft habe ich das Gefühl, dass die richtige Qualifikation ein Ausschlusskriterium für dieses Ministerium ist."

Auch Habenschaden für viergleisigen S4-Ausbau

Özdemir verspricht, das Thema S-Bahn-Ausbau München stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. "Und wer weiß, vielleicht ist das so wichtige Ministerium nach der nächsten Wahl nicht mehr in der Hand der CSU sein." Ob er ein Kandidat für die Spitze des BVM wäre? "Man soll das Fell nicht verteilen, bevor der Bär erlegt wurde", bemüht er den Jäger-Spruch, "der Bär lebt noch."

Auch die Aubingerin und OB-Kandidatin Katrin Habenschaden ist für den viergleisigen Ausbau der S4."Wir müssen die S-Bahn deutlich leistungsfähiger machen. Nur so können wir den Autoverkehr in die Stadt eindämmen", sagt sie.

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