Riemer See: "Ein Skandal" im Biotop

Am Südufer des Riemer Sees soll die Natur geschont werden. Doch das funktioniert nicht.
| Gaby Mühlthaler
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Am Riemer See.
Am Riemer See. © Martina Pudelko

München - Der Messestädter Gernot Krää ärgert sich: Anfang August 2018 hatte er an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), das Baureferat Gartenbau und den Truderinger Bezirksausschuss (BA) geschrieben, weil das Biotop am Südufer des Riemer Sees durch rücksichtslose Badende immer mehr zerstört wird. "Passiert ist rein gar nichts", schimpft Krää.

Wie berichtet, ist der Riemer See ein stark frequentiertes Badegewässer mit dafür vorgesehenen Uferbereichen im Norden, Osten und Südosten, sowie einem Biotop im Südwesten und Westen. So hatte es zumindest der Pariser Landschaftsarchitekt Gilles Vexlard geplant.

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Riemer See: Badegäste nehmen keine Rücksicht

Doch der naturbelassene Teil des Ufers ist seit Jahren unter Druck, viele der badefreudigen Messestädter und sonstigen Besucher nehmen keine Rücksicht auf Iris-, Minze- und Schwertlilien-Stauden, die gut 800 Meter Seeufer längst in Besitz genommen haben.

Davon zeugen Trampelpfade und Liegestellen inmitten des Biotops. Auch Schilf und Sumpfschwertlilien im Westen und in den zwei Sickerbecken, die als natürliche Kläranlage dienen, leiden, weil Hunde dort trinken und baden.

Für Gernot Krää, der auf seinen Hilferuf von 2018 nur eine vage Zwischennachricht des Bezirksausschusses erhielt, ein Trauerspiel. "Das komplette Versagen von städtischer Verwaltung und Politik wird vorgeführt!" so Krää. "In der Zieranlage wird munter kampiert und gebadet, die Hinweisschilder interessieren niemand. Kontrollen finden nicht mehr statt. Es ist ein Skandal und die Ignoranz der Verantwortlichen macht mich fast sprachlos".

Krää hatte 2018 bereits verständliche, mehrsprachige Hinweise und Piktogramme vorgeschlagen, da viele Badende "der deutschen Sprache gar nicht mächtig sind", zudem strikte Kontrollen mit Anzeigen oder Bußgeld.

Baureferat hat zugesagt, die Initiative zu unterstützen

Im letzten Oktober hatte auch der Bezirksausschuss das Thema auf der Tagesordnung. Das Gremium schlug vor, weitere Schilder "mit maßgeschneidertem Erläuterungstext und Bildern" aufzustellen, wie dies der Landesbund für Vogelschutz (LBV) an anderer Stelle bereits erfolgreich praktiziert.

Das Baureferat hat im Januar zugesagt, die Initiative zu unterstützen. Gestaltung und Umsetzung sollen demnach durch den LBV erfolgen, die Finanzierung durchs Umweltreferat. Ob dies gesichert ist und wann konkret etwas geschieht, ließ die Behörde offen. Dem Bezirksausschuss genügt die Auskunft offenbar, er nahm das Schreiben zur Kenntnis.

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