Nach Messerattacke am Karl-Preis-Platz: SEK nimmt Verdächtigen fest

Auch vier andere Verdächtige sind mittlerweile ermittelt. Das Opfer hatte lebensgefährliche Stichverletzungen erlitten.
| Ralph Hub
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Ein Polizeiauto steht am Karl-Preis-Platz.
Ein Polizeiauto steht am Karl-Preis-Platz. © Thomas Gaulke

Ramersdorf - Die Situation hatte sich über Wochen hochgeschaukelt. Zunächst waren zwei Gruppen Jugendlicher am Stachus Anfang Oktober aneinandergeraten. Am 23. Oktober lauerte ein 15-Jähriger mit seinen Freunden einem aus der gegnerischen Gruppe am U-Bahnhof Karl-Preis-Platz auf.

Der Schüler war mit einem Klappmesser mit einer 15 Zentimeter langen Klinge bewaffnet. Seine vier Freunde im Alter von 15 bis 17 Jahren hatten Pfefferspray und eine Gaspistole dabei. Für die Ermittler sieht es derzeit so aus, als hätten die Jugendlichen der anderen Gruppe aufgelauert, wie Stephan Beer, Chef der Mordkommission am Freitag andeutete.

Der Streit begann am Zugang zur U-Bahnstation und verlagerte sich dann runter auf den Bahnsteig. Der 15-Jährige soll bei der Auseinandersetzung sein Messer gezogen haben. Er verletzte mit der Klinge einen 18-Jährigen. "Er erlitt eine etwa zwei Zentimeter lange Schnittwunde im Brustbereich", sagt Stephan Beer.

Freund will helfen - und verliert fast sein Leben

Ein ebenfalls 18 Jahre alter Freund des Opfers griff ein. Das hätte den Münchner fast das Leben gekostet. Er erlitt einen Stich in die Brust. "Der rechte Lungenflügel des Opfers kollabierte", sagt Stephan Beer, "es bestand Lebensgefahr".

Jemand aus der Angreifergruppe sprühte in dem Tumult Pfefferspray, auch mit der Gaspistole wurde geschossen. Ein völlig unbeteiligter Passant am Bahnsteig bekam von dem Reizgas etwas ins Gesicht. Ebenso wurde eine 16-Jährige, die Freundin eines der 18-Jährigen, von dem Pfefferspray verletzt, wie auch ein Polizeibeamter der Ersten Einsatzhundertschaft, der gerade auf dem Weg zum Dienst war.

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Der Beamte alarmierte die Kollegen. Ein Großaufgebot an Streifenwagen rückte an. Der komplette U-Bahnhof wurde abgeriegelt. Doch es waren nur mehr die fünf Verletzten und etliche Zeugen da. Alle anderen Beteiligten konnten zunächst unerkannt entkommen.

Die Ermittlungen konzentrierten sich auf fünf zunächst noch unbekannte Jugendliche. Mit Hilfe der Zeugenaussagen und Videos aus verschiedenen Überwachungskameras im Bahnhof gelang es schließlich, die Verdächtigen zu identifizieren.

SEK und USK nehmen Tatverdächtigen in Elternwohnung fest

Am Freitag in den frühen Morgenstunden hat ein schwer bewaffnetes Einsatzkommando aus SEK und USK den 15-Jährigen in der Wohnung seiner Eltern festgenommen. Er gilt laut Polizei als der Haupttäter. Auch seine vier Freunde wurden gefasst. Die Festnahmen erfolgten nahezu gleichzeitig Am Hart, in Forstenried, dem Hasenbergl, Maxhof und im Westend.

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Der 15-Jährige wurde dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Gegen ihn wird wegen versuchten Totschlags ermittelt. Die Polizei hat die Tatwaffe sichergestellt sowie die Kleidung, die die Verdächtigen am Tattag getragen haben sollen. Was die Fehde ausgelöst hat, ist dagegen noch nicht klar.

Alle fünf Jugendlichen haben inzwischen Pflichtverteidiger zur Seite gestellt bekommen. Einer der Verdächtigen zeigte sich bei einer ersten Befragung kooperativ und bereit, weitere Angaben zu machen. Vier der Teenager sind bereits polizeibekannt, auch wegen Gewaltdelikten. Lediglich der 15-Jährige, der zugestochen haben soll, fiel bisher nicht durch jugendspezifische Delikte auf. Er sitzt inzwischen in der JVA Stadelheim in U-Haft. 

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