Münchner Gastro-Größen wollen Hochhaus für Kreative bauen

Zwei Gastro-Größen der Stadt wollen an der Autobahn ein Hochhaus für Kreative bauen. Eine Genossenschaft soll das Projekt "Tatzelturm" stemmen.
| Hüseyin Ince
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Hier soll der Tatzelturm (rot) entstehen.
Grafik: Google Earth/anf Hier soll der Tatzelturm (rot) entstehen.

Freimann - Der 20. Januar ist ein wichtiger Termin für David Süß, dem Betreiber des Elektro-Clubs Harry Klein, und Florian Schönhofer, dem Co-Chef des beliebten Szene-Lokals Café Kosmos am Hauptbahnhof. Denn dann wird eine sogenannte Kick-off-Veranstaltung stattfinden für die Kultur-Genossenschaft, die die beiden gründen wollen, um einen neuen Ort für Kreative zu bauen.

Direkt gegenüber der Studentenstadt, auf der anderen Seite der U-Bahn-Gleise, soll im Optimalfall ein Turm stehen. "Dort gibt es keine Nachbarschaft", sagt Schönhofer, "also würde man von vornherein Lärmprobleme meiden." Die Höhe des Turms: noch unbekannt. Doch das Motto ist: so hoch wie möglich und nötig. Oder anders gesagt: groß denken. Ateliers, Bandproberäume, Konzertbühnen: Für Künstler und Freischaffende soll an nichts fehlen.

Stadt sichert 4.000 qm Grundfläche zu

Schönhofer und Süß orientieren sich an Städten wie Zürich, Prag oder Lissabon. Dort ist die Immobiliensituation ähnlich verzwickt wie in München. Und man baute kurzerhand etwas außerhalb der Stadtzentren Kreativquartiere, wie das "Manifesto" in Prag oder die "LX-Factory" in Lissabon. Die Münchner Idee steckt zwar nicht mehr in den Kinderschuhen, dennoch am Anfang.

Die Stadt hat den beiden offenbar 4.000 Quadratmeter zugesichert, was als Grundfläche für einen Turm reichen würde. Doch am liebsten würden sie das Quartier deutlich größer gestalten, entlang der Autobahnbrücke, direkt darunter, auf einem Streifen mit üppigen Maßen: "Dort ist eine Fläche frei, die etwa vier Kilometer mal 400 Meter misst", sagt Schönhofer mit begeisterter Stimme. Doch hierfür müsse man sich erst mit der Autobahndirektion einigen.

Hier soll der Tatzelturm (rot) entstehen.
Hier soll der Tatzelturm (rot) entstehen. © Grafik: Google Earth/anf

Positives Feedback von OB Reiter und FDP-Fraktion

Unter Stadtpolitikern haben Schönhofer und Süß bereits kräftig geworben "und fast nur positives Feedback bekommen", wie etwa von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) oder von Vertretern der FDP-Fraktion.

Die beiden Initiatoren haben bei dem ganzen Projekt auch einen Hintergedanken: "David Süß hat Interesse daran, mit dem Harry Klein langfristig im Turm einzuziehen", sagt Schönhofer. Hintergrund sei, dass der Club noch etwa zwei Jahre Pachtvertrag habe und danach die Räume wahrscheinlich verlassen müsse.

Schönhofer will "404" wieder aufleben lassen

"Und ich würde gerne das ‘404’ wieder aufleben lassen", so Schönhofer. Zuletzt war das Lokal von Louis Grünwald übergangsweise im ehemaligen Café Forum, direkt neben dem Luxus-Turm "The Seven" – und sorgte regelmäßig für teils absurden Lautstärke-Ärger mit den Nachbarn: "Es kam vor, dass die Polizei wegen zu lauter Musik gerufen wurde, obwohl gar keine Musik lief", sagt Schönhofer.

Diese Probleme hätte Schönhofer unter der Autobahnbrücke nicht und hofft nun auf viele Mitstreiter, die sich am 20. Januar im Harry Klein treffen.

Lesen Sie hier: So könnte Silvester 2020 in München aussehen

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