München: Protest gegen nächtliche Tier-Transporte

Anwohner im Lehel beschweren sich über die nächtlichen Tiertransporte, welche gerne den Weg die Isar entlang nehmen. Ein Grund: Das Vieh schreit auf dem Weg zum Schlachthof zu laut.
| Hüseyin Ince
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Nachts, wenn es endlich leise ist, hört man die Schreie der vorbeifahrenden Tiere anscheinend besonders deutlich, wie hier an der Erhardtstraße.
Bernd Wackerbauer Nachts, wenn es endlich leise ist, hört man die Schreie der vorbeifahrenden Tiere anscheinend besonders deutlich, wie hier an der Erhardtstraße.

Lehel - Es ist eine sehr beliebte Abkürzung, die Lkw-Fahrer mit ihren Tiertransporten nehmen, wenn sie nachts unterwegs sind Richtung Schlachthofviertel: Mittlerer Ring Nord, Ifflandstraße, Oettingenstraße, Sternstraße und immer weiter Richtung Süden, entlang der Isar, bis zu den Großmarkthallen.

Anwohner des nördlichen Lehels, nahe der Isar, wünschen sich nun, dass die Tiertransporte 24 Stunden durchgehend die Ost-Route über den Mittleren Ring Richtung Süden befahren, statt die etwas kürzere Isar-Route einzuschlagen: nämlich bis zur Thalkirchner Brücke, dann Richtung Norden zu den Großmarkthallen. Und bei diesem Anliegen geht es gar nicht um die Lautstärke der Lkw.

Schreie der Tiere rauben Anwohnern den Schlaf 

Es geht um die Schreie der Schweine, Rinder und Schafe, die zur Schlachtbank geführt werden: "Die Tiere sind wohl sehr laut und rauben den Anwohnern den Schlaf", so berichtete der Leiter des Unterausschusses (UA) Gastronomie und öffentlicher Raum, Stefan Blum (CSU), bei der Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Altstadt-Lehel im Hofbräuhaus. Bei Blum sind die Anwohnerbeschwerden aufgeschlagen.

Wie es aussieht, sind die Angstschreie der Tiere so deutlich, dass sie sogar durch die geschlossenen Fenster zu hören sind. Auch von Geruchsbelästigung war die Rede. "Wir müssen uns damit intensiv befassen", sagte dann BA-Mitglied Peter Pinck (SPD) bei der gestrigen Sitzung, "der Münchner Verkehr hat schließlich in den letzten Jahren enorm zugenommen."

Jörg Hoffmann (FDP) sah wenige bis gar keine Chancen, Lkw-Fahrer zu zwingen, ausschließlich über den Mittleren Ring in Richtung Süden zu fahren. "Das wäre letztlich eine Sperrung", so Hoffmann, "und solche Sperrungen sind unrealistisch."

Lösungsvorschlag: 30er-Zone

Das sah auch CSU-Mann Blum so und hatte einen Lösungsvorschlag, der den Isarabschnitt Auenstraße zum Vorbild hat. "Dort herrscht seit einiger Zeit Tempo 30 und offenbar halten sich alle auch daran" sagte Blum. Die Anwohner dort seien äußerst zufrieden mit dem beruhigten Verkehr. "Also könnten wir doch diese Tempo-30-Zone Richtung Norden erweitern."

Plötzlich machte unter den BA-Mitgliedern auch der Gedanke die Runde, den kompletten Straßenabschnitt an der Isar entlang zur Tempo-30-Zone umzuwidmen. Somit könne man die Geschwindigkeitsregelung an der Auenstraße maximal erweitern, die ja so gut angenommen werde.

Lokalpolitiker suchen nach Lösung mit KVR

Philippe Louis (Grüne) erinnerte nun seine Kollegen an den Ursprung des Bürgeranliegens und bat seine Kollegen, nicht am Thema vorbei zu diskutieren. "Es ging darum, dass die Anwohner den Tierverkehr umleiten lassen wollen, da bringen doch Tempo-30-Zonen nichts", so Louis, "wenn die Lkw mit 30 km/h an den Wohnungen vorbeifahren, schreien die Tiere doch genauso laut." Der BA beschloss daraufhin, sich zunächst mit dem KVR auszutauschen.

Lesen Sie auch: Münchner Brücken und Tunnel sind sanierungsbedürftig

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