München: Die Pläne des Investors Rene Benko

Der österreichische Investor will seine Shopping-Immobilien mit einer Milliarde Euro umbauen. Wie? Da sickern langsam erste Pläne durch.
| Florian Zick
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Willkommen auf der Ösi-Meile: Karstadt am Hauptbahnhof, Karstadt Sporthaus, Oberpollinger und Alte Akademie – all das gehört inzwischen zum Immobilienimperium von René Benko.
az 6 Willkommen auf der Ösi-Meile: Karstadt am Hauptbahnhof, Karstadt Sporthaus, Oberpollinger und Alte Akademie – all das gehört inzwischen zum Immobilienimperium von René Benko.
Die Alte Akademie: Hier sind die Pläne schon am weitesten gediehen.
AZ-Archiv 6 Die Alte Akademie: Hier sind die Pläne schon am weitesten gediehen.
Umstritten ist fast nur noch, was aus den alten Hettlage-Arkaden wird.
Simulation: Morger Partner Architekten 6 Umstritten ist fast nur noch, was aus den alten Hettlage-Arkaden wird.
Der Karstadt am Hauptbahnhof: Der 70er-Jahre-Anbau soll weg.
AZ-Archiv 6 Der Karstadt am Hauptbahnhof: Der 70er-Jahre-Anbau soll weg.
Kaufhaus Oberpollinger: Im Untergeschoss wurde der Umbau gerade abgeschlossen.
Sven Hoppe/dpa 6 Kaufhaus Oberpollinger: Im Untergeschoss wurde der Umbau gerade abgeschlossen.
Die Höfe in der Alten Akademie sollen auf jeden Fall erhalten bleiben.
Simulation: Morger Partner Architekten 6 Die Höfe in der Alten Akademie sollen auf jeden Fall erhalten bleiben.

München - Die Münchner City ist mittlerweile fest in österreichischer Hand: Dem Innsbrucker René Benko und seiner Signa Holding gehören inzwischen wesentliche Teile vom Oberpollinger, der Alten Akademie und seit Kurzem auch vom Karstadt am Hauptbahnhof. Das Karstadt-Sporthaus hat das Immobilienunternehmen zudem langfristig angemietet.

Benko wird die Münchner Innenstadt in den nächsten Jahren ordentlich umkrempeln. Dafür will die Signa-Gruppe in seine hiesigen Errungenschaften mehr als eine Milliarde Euro investieren. „Dank der sehr guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ in der Stadt, sei das möglich, so Geschäftsführer Christoph Stadlhuber.

Wie genau Benko sein Shopping-Imperium umstrukturieren will, war bislang allerdings nicht bekannt. Konkrete Pläne gibt es aktuell nur für die Alte Akademie (AZ berichtete). So langsam sickert nun aber auch durch, wie sich der 39-Jährige die Zukunft seiner anderen Immobilienprojekte in der Fußgängerzone vorstellt.

Karstadt am Hauptbahnhof

Einen Großteil der Milliardensumme will die Signa in den Umbau des Karstadt am Hauptbahnhof stecken. Einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ wollte das Unternehmen zwar am Donnerstag nicht bestätigen, räumt aber auf AZ-Anfrage ein, dass im Haus schon fleißig Ideen diskutiert werden.

Demnach ist nicht ausgeschlossen, dass bei einem Umbau nur das denkmalgeschützte Hauptgebäude stehen bleibt. Der langgezogene Anbau aus den 70er-Jahren könnte abgerissen und durch zwei getrennte Neubauten ersetzt werden. Durch die entstehende Baulücke könnte dann eine neue Verbindungsstraße zwischen Prielmayer- und Schützenstraße gebaut werden. Fix ist freilich noch nichts. Die Signa hat sich schließlich erst kürzlich mit 50 Prozent in den Karstadt am Hauptbahnhof eingekauft. Die andere Hälfte hält mit der RFR Holding eine Immobilienfirma aus Frankfurt am Main.

Alte Akademie

Hier sind die Pläne schon deutlich weiter fortgeschritten. Auf das prestigeträchtige Projekt hat aber nicht nur Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteifrei) ein Auge, auch Generalkonservator Mathias Pfeil und Stadtheimatpfleger Gerd Goergens beharren auf einem behutsamen Umbau. Mehr Innenstadt als die Alte Akademie geht schließlich fast nicht.

Lesen Sie hier: Denkmalpflege-Chef: Die Alte Akademie bleibt eine Münchnerin

Der Entwurf des Schweizer Architekturbüros Morger & Partner erfüllt viele Vorgaben der Stadt. Umstritten ist nach wie vor aber der Umgang mit den alten Hettlage-Arkaden. Benko würde die Verkaufsflächen gerne näher an die Neuhauser Straße heranrücken, die Stadt pocht auf den Erhalt der Arkaden. Womöglich wird man sich am Ende auf verkleinerte Arkaden und damit auf einen Kompromiss einigen. In den Plänen zudem vorgesehen ist eine neue Tiefgarage, die per Tunnel mit der Tiefgarage unter dem Oberpollinger verbunden werden könnte. Die Kapellenstraße könnte dann – zumindest teilweise – zur Fußgängerzone umgewidmet werden.

Oberpollinger

Das Traditionskaufhaus gehört seit 2014 zum Reich von René Benko. Vergangenes Jahr ist seine Signa eine strategische Partnerschaft mit La Rinascente eingegangen. Die italienische Warenhauskette hält seitdem 50,1 Prozent am Oberpollinger. Momentan wird das Gebäudeinnere bei laufendem Betrieb umgebaut. Dabei darf sich der britische Stararchitekt John Pawson ordentlich austoben. Entstehen sollen weiträumige Verkaufsflächen, auf denen weltbekannte Marken in sogenannten „Concept-Stores“ ihre Luxusartikel anbieten.

Wie das ausschauen soll, kann man sich im Untergeschoss vom Oberpollinger anschauen. Dort sind die Umbauarbeiten seit gestern abgeschlossen.

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