In der Schellingstraße: Grüne Welle für Münchens Radler

In der Schellingstraße soll eine neue Ampelschaltung getestet werden. Radfahrer sollen so ohne Halt durch den Verkehr kommen. Die TU München möchte einen Modellversuch starten.
| zif/az
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In der Schellingstraße soll die grüne Welle für Radler getest werden. (Archivbild)
Bernd Wackerbauer/dpa/AZ In der Schellingstraße soll die grüne Welle für Radler getest werden. (Archivbild)

Maxvorstadt - Ungehindert durch die Stadt radeln, immer bei Grün über die Ampel – in diesen Genuss kommen in München bislang nur Autofahrer. Nun erwägt das Kreisverwaltungsreferat (KVR) aber, in einzelnen Straßen die grüne Welle an das Tempo der Radler anzupassen.

Die oberste Ordnungsbehörde der Stadt ist offenbar bereit, sich in der Schellingstraße am Modellversuch "RadAptiv" der Technischen Universität (TU) München zu beteiligen, so steht es in einem Schreiben, mit dem Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle (parteilos) nun einen Antrag der Rathaus-SPD beantwortet hat. Im vergangenen Herbst hatte die SPD beantragt, dass das Projekt an einer Straße durchgeführt werden soll, die stark von Radlern frequentiert ist und in der es mindestens drei Ampeln gibt – auf die Schellingstraße würde das auf jeden Fall zutreffen.

Das Forschungsprojekt will vor allem die Ampeln an der Kreuzung Schelling-/Türkenstraße analysieren. Auch Countdownzähler zur Anzeige der restlichen Grünzeit sollen vor Ort untersucht werden. Konkret soll die Pilotstrecke von der Amalien- bis hin zur Luisenstraße reichen. Auf schnurgerader Strecke müssen hier insgesamt fünf Kreuzungen passiert werden. Die gerade Straßenanordnung in der Maxvorstadt eignet sich hervorragend für den Testlauf der grünen Welle. Unklar ist bisher allerdings noch, wie sich der Test auf die Tram in der Barer Straße und den Bus in der gesamten Schellingstraße auswirken wird.

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Die TU muss allerdings zuvor noch den Zuschlag für eine Förderung vom Bund erhalten, das KVR ist in dieser Hinsicher aber zuversichtlich. Die Untersuchung soll wissenschaftlich durch eine Masterarbeit oder Dissertation begleitet werden.

 

Bei Erfolg sind weitere grüne Wellen möglich

 

"Wir freuen uns, dass unser Vorstoß auf offene Ohren stößt und hoffen, dass das Projekt schon bald umgesetzt werden kann. Die Schellingstraße ist für einen solchen Modellversuch gut geeignet, dort sind sehr viele Radlerinnen und Radler unterwegs. Die Taktung der Ampelanlagen ist in München primär darauf ausgerichtet, dass die Autos freie Fahrt haben oder der Nahverkehr rascher voran kommt. Der Radverkehr bleibt bislang auf der Strecke. Das wollen wir gerne ändern! ", sagt Stadträtin Bettina Messinger.

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Sollte sich das Forschungsprojekt in der Schellingstraße bewähren, könnte die Ampel-Taktung bald in weiteren Straßen auf die Radfahrer ausgerichtet werden. Zuvor muss der Stadtrat dem Modellversuch aber erst noch zustimmen – das soll im Herbst passieren.

Derzeit entwickelt Siemens bereits die Handy-App , die eine grüne Welle für Radfahrer ermöglichen soll.

 

Das ist die Pilotstrecke der grünen Radler-Welle

 

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