Das Univiertel: Wo die Stadt bunt ist

AZ-Stadtspaziergänger Sigi Müller hat mit seiner Kamera einen Streifzug durchs Uni-Viertel gemacht. Hier sehen Sie, was er mitgebracht hat
| Sigi Müller
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Saftige Auslagen: Das „Fast & Tasty“ in der Theresienstraße.
Sigi Müller 10 Saftige Auslagen: Das „Fast & Tasty“ in der Theresienstraße.
Flaggen entlang der Ludwigstraße.
Sigi Müller 10 Flaggen entlang der Ludwigstraße.
Rollerparade am Georg-Elser-Platz in der Türkenstraße.
Sigi Müller 10 Rollerparade am Georg-Elser-Platz in der Türkenstraße.
Ein Hinterhof-Bild, wie es auch schon vor Jahrzehnten hätte entstanden sein können (vom modernen Kastenwagen mal abgesehen).
Sigi Müller 10 Ein Hinterhof-Bild, wie es auch schon vor Jahrzehnten hätte entstanden sein können (vom modernen Kastenwagen mal abgesehen).
Und zwischen den Türmen blitzt es blau: Ein Blick aus der Schellingstraße Richtung Ludwigstraße, am Ende die Kirche St. Ludwig.
Sigi Müller 10 Und zwischen den Türmen blitzt es blau: Ein Blick aus der Schellingstraße Richtung Ludwigstraße, am Ende die Kirche St. Ludwig.
Die Sonne meint es gut mit ihm: Der Schelling-Salon im Abendlicht. Das Lokal besteht schon seit 1872.
Sigi Müller 10 Die Sonne meint es gut mit ihm: Der Schelling-Salon im Abendlicht. Das Lokal besteht schon seit 1872.
Kitsch as Kitsch can? Porzellanfiguren in der Auslage eines Antiquitätengeschäfts.
Sigi Müller 10 Kitsch as Kitsch can? Porzellanfiguren in der Auslage eines Antiquitätengeschäfts.
Noch so ein altes Original in der Maxvorstadt: Der legendäre Alte Simpl, hier ausnahmsweise mal bei Tageslicht.
Sigi Müller 10 Noch so ein altes Original in der Maxvorstadt: Der legendäre Alte Simpl, hier ausnahmsweise mal bei Tageslicht.
Und dann gibt es den Alten Simpl: Kaum ein Politiker, Schauspieler, Musiker und Adabei, der in den wilden Zeiten mit Toni Netzle als Wirtin nicht dort verkehrt hätte.
Sigi Müller 10 Und dann gibt es den Alten Simpl: Kaum ein Politiker, Schauspieler, Musiker und Adabei, der in den wilden Zeiten mit Toni Netzle als Wirtin nicht dort verkehrt hätte.
Welche Farbe darf’s denn sein? Das Schaufenster eines Ladens für Farbpigmente in der Barer Straße.
Sigi Müller 10 Welche Farbe darf’s denn sein? Das Schaufenster eines Ladens für Farbpigmente in der Barer Straße.

Der Bereich hinter der Uni, mit der Schellingstraße, Theresienstraße und der Türkenstraße gehört zum Stadtteil Maxvorstadt (auch wenn manche immer wieder mal meinen, sie seien hier schon in Schwabing). Ein lebendiges Viertel, geprägt durch die Universität und das studentische Leben.

So gibt es viele Lokale, teils mit neuem Zeitgeist, teils aber auch sehr geschichtsträchtig – wie zum Beispiel der Schelling- Salon in der Schellingstraße, der schon 1872 seine Tore geöffnet hat (und wo Franz Josef Strauß als Bub für seinen Vater, den Metzger gegenüber, das Bier über die Straße geholt hat). Zu den Gästen gehörten Brecht, Kandinsky, Rilke und Lenin. Adolf Hitler, langjähriger Gast, wurde wegen unbezahlter Rechnung mit einem Hausverbot belegt.

Und dann gibt es den Alten Simpl: Kaum ein Politiker, Schauspieler, Musiker und Adabei, der in den wilden Zeiten mit Toni Netzle als Wirtin nicht dort verkehrt hätte.

So besteht das Straßenbild aus kleinen Geschäften, Boutiquen, Kneipen, Restaurants, Antikes neben Modernem, Bier neben Cocktail. Frischgepresstes, Farben und Pigmente. Ein Eldorado zum Stöbern.

Im ehemaligen Programmkino Türkendolch am Georg-Elser-Platz findet sich heute das Café Zeitgeist.

Weiter die Türkenstraße runter die legendäre Firma Arri (Arnold und Richter), Entwickler und Hersteller von Filmkameras und Filmlicht. Kaum eine Hollywoodproduktion, die ohne Arri Produkte auskommt. Auch 2017 erhielt Arri wieder einen Technik-Oscar.

Vor Jahren wohnte ich ums Eck in der Adalbertstraße, direkt gegenüber der Pizzeria Mario, und konnte aus dem Fenster mit vier gestreckten Fingern an einer Hand dem Pizzabäcker gegenüber signalisieren, dass ich eine Quattro Stagioni zum Mitnehmen möchte. Er winkte zurück, wenn sie fertig war. So konnte ich die Wartezeit unten an der Kasse und während des Backens umgehen und die dampfende Köstlichkeit dann doch ganz schnell nach Hause tragen.

In diesem Sinne eine schöne Woche

Ihr Sigi Müller

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