Das Univiertel: Wo die Stadt bunt ist

AZ-Stadtspaziergänger Sigi Müller hat mit seiner Kamera einen Streifzug durchs Uni-Viertel gemacht. Hier sehen Sie, was er mitgebracht hat
von  Sigi Müller
Saftige Auslagen: Das „Fast & Tasty“ in der Theresienstraße.
Saftige Auslagen: Das „Fast & Tasty“ in der Theresienstraße. © Sigi Müller

Der Bereich hinter der Uni, mit der Schellingstraße, Theresienstraße und der Türkenstraße gehört zum Stadtteil Maxvorstadt (auch wenn manche immer wieder mal meinen, sie seien hier schon in Schwabing). Ein lebendiges Viertel, geprägt durch die Universität und das studentische Leben.

So gibt es viele Lokale, teils mit neuem Zeitgeist, teils aber auch sehr geschichtsträchtig – wie zum Beispiel der Schelling- Salon in der Schellingstraße, der schon 1872 seine Tore geöffnet hat (und wo Franz Josef Strauß als Bub für seinen Vater, den Metzger gegenüber, das Bier über die Straße geholt hat). Zu den Gästen gehörten Brecht, Kandinsky, Rilke und Lenin. Adolf Hitler, langjähriger Gast, wurde wegen unbezahlter Rechnung mit einem Hausverbot belegt.

Und dann gibt es den Alten Simpl: Kaum ein Politiker, Schauspieler, Musiker und Adabei, der in den wilden Zeiten mit Toni Netzle als Wirtin nicht dort verkehrt hätte.

So besteht das Straßenbild aus kleinen Geschäften, Boutiquen, Kneipen, Restaurants, Antikes neben Modernem, Bier neben Cocktail. Frischgepresstes, Farben und Pigmente. Ein Eldorado zum Stöbern.

Im ehemaligen Programmkino Türkendolch am Georg-Elser-Platz findet sich heute das Café Zeitgeist.

Weiter die Türkenstraße runter die legendäre Firma Arri (Arnold und Richter), Entwickler und Hersteller von Filmkameras und Filmlicht. Kaum eine Hollywoodproduktion, die ohne Arri Produkte auskommt. Auch 2017 erhielt Arri wieder einen Technik-Oscar.

Vor Jahren wohnte ich ums Eck in der Adalbertstraße, direkt gegenüber der Pizzeria Mario, und konnte aus dem Fenster mit vier gestreckten Fingern an einer Hand dem Pizzabäcker gegenüber signalisieren, dass ich eine Quattro Stagioni zum Mitnehmen möchte. Er winkte zurück, wenn sie fertig war. So konnte ich die Wartezeit unten an der Kasse und während des Backens umgehen und die dampfende Köstlichkeit dann doch ganz schnell nach Hause tragen.

In diesem Sinne eine schöne Woche

Ihr Sigi Müller