Baupanne am S-Bahnhof Riem: Frühestens 2024 barrierefrei

Eigentlich sollte der Haltepunkt am S-Bahnhof Riem schon seit Herbst 2019 barrierefrei sein. Doch aktuell ist niemand mehr für den Umbau beauftragt.
| Emily Engels
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SPD-Landtagsabgeordneter Markus Rinderspacher.
imago 2 SPD-Landtagsabgeordneter Markus Rinderspacher.
Die Fahrverbots-Strafen für Tempovergehen seien zu streng, meint Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU).
imago 2 Die Fahrverbots-Strafen für Tempovergehen seien zu streng, meint Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU).

München - "Die lange Leidensgeschichte um den S-Bahnhof Riem geht weiter", klagt der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Rinderspacher. Der Grund: Der Haltepunkt wird jetzt frühestens 2024 barrierefrei sein. Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage von Rinderspacher hervor. Rinderspacher beklagt: "Im März 2013 wurde die Station in das Finanzierungsprogramm 'Bayern-Paket' des Freistaats aufgenommen, und nun, sieben Jahre später, existieren noch immer keine validen Pläne."

SPD-Landtagsabgeordneter Markus Rinderspacher.
SPD-Landtagsabgeordneter Markus Rinderspacher. © imago

Dabei hatten Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und CSU-Generalsekretär Markus Blume bei einem Vor-Ort-Termin zuletzt die Fertigstellung für das dritte Quartal 2019 angekündigt. "Das wäre vor einem halben Jahr gewesen", sagt Rinderspacher. "Ein unfassbarer Pfusch", schimpft der SPD-Landtagsabgeordnete. Er spricht von "bislang haltlosen Versprechungen des Freistaats und einem ungeheuerlichen Planungsversagen".

Schreyer gibt "mangelhafte Planungsqualität" in Riem zu

Das gibt auch Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU) zu. Die erheblichen Verzögerungen würden sich vor allem durch eine "mangelhafte Planungsqualität" ergeben, schreibt sie in einer Antwort an Rinderspacher, die der AZ vorliegt. Bauministerin Schreyer beschreibt "Fehler im Planungsprozess, in dem die Grundwasserverhältnisse sowie die Speiseleitung der Oberleitungsanlage nicht ausreichend berücksichtigt wurden".

Die Fahrverbots-Strafen für Tempovergehen seien zu streng, meint Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU).
Die Fahrverbots-Strafen für Tempovergehen seien zu streng, meint Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU). © imago

Außerdem habe es eine massive Störung des Bauablaufs durch einen Unfall am Bahnhof Riem im April 2018 gegeben. Hier war ein Zug entgleist, danach war die Strecke rund vier Wochen gesperrt. Wegen "der mangelnden Qualität und Leistungserbringung", also den von Schreyer schon angesprochenen Fehlern im Planungsprozess, habe man den Vertrag mit dem zuerst beauftragen Planungsbüro aufheben müssen.

Bis jetzt konnte noch keine Planungsüberarbeitung fertiggestellt werden, da bis heute noch kein neues Planungsbüro unter Vertrag genommen wurde. Die überarbeitete Entwurfsplanung soll allerdings bis Ende 2020 fertiggestellt und dann beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden, steht in dem Schreiben. "Seriöse Aussagen über die Kostenentwicklung" hätten aktuell bisher noch nicht erfolgen können. Bislang waren 10,6 Millionen Euro veranschlagt worden.

"Unhaltbarer Zustand für Rollstuhlfahrer"

Rinderspacher fordert die Ministerin auf, die Planungen dringend zu beschleunigen. "In Riem haben wir einen unhaltbaren Zustand nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern beispielsweise auch für Familien mit Kinderwagen", sagt er.

Täglich steigen immerhin knapp 8.000 Menschen am Bahnhof Riem ein und aus. Am Bahnhof muss unter anderem noch die Unterführung neu gebaut werden, inklusive barrierefreier Rampe auf der Nordseite sowie ein Aufzug an der Südseite. Zudem soll der Mittelbahnsteig nach Osten verlängert werden, um einen Zugang zum künftigen Aufzug zu schaffen. Der Außenbahnsteig soll komplett neugebaut werden.

Lesen Sie hier: Neuer Zug für die U6 ab Donnerstag in Betrieb

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