Stadtrat Schmidbauer: Die Wiesn ist nurmehr ein Spielball

Brandbrief an den OB: Mario Schmidbauer, Stadtrat von der Bayernpartei, pestet gegen den Bierpreis, die Oide Wiesn und die Stadt.
| Jasmin Menrad
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Der Trachtenumzug gehört sicherlich zu den traditionelleren Teilen der Wiesn. Die Bayernpartei sorgt sich um den Rest.
Andreas Gebert/dpa Der Trachtenumzug gehört sicherlich zu den traditionelleren Teilen der Wiesn. Die Bayernpartei sorgt sich um den Rest.

Brandbrief an den OB: Mario Schmidbauer, Stadtrat der Bayernpartei, pestet gegen den Bierpreis, die Oide Wiesn und die Stadt.

München - Mario Schmidbauer von der Bayernpartei hat eine Wut auf die Verwaltung. "Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit, es geht nur noch um die Sicherheit und nicht mehr um das Nostalgische und Schöne", sagt der Stadtrat über sein Lieblingsthema Oktoberfest, als die AZ ihn auf dem Städtetag erreicht.

Deshalb hat Schmidbauer einen Brandbrief an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) geschrieben. "Die Reaktionen aus der Münchner Bevölkerung aufgrund der jüngsten Veröffentlichung der Bierpreise haben wieder einmal gezeigt, dass das Oktoberfest sich weiter dahin entwickelt, dass es langsam den Namen "Volks-" Fest nicht mehr verdient", heißt es darin. Schmidbauer sagt, er habe die genannten Probleme schon angesprochen, zusammen mit Stadtrat Helmut Schmid (SPD) – keine Reaktion, deshalb der Brief.

Kritik an Bierpreis, Oide Wiesn und Sicherheitspolitik

Vornehmlich will Schmidbauer mittelständische Betriebe auf der Wiesn schützen und fördern. "Mir geht’s in der ganzen Geschichte darum, dass man das Oktoberfest nicht nur als Bierfest sieht", sagt Schmidbauer. Und schießt gegen Ex-Wiesnchef Josef Schmid (CSU): "Die Wiesn ist nurmehr ein Spielball, damit hat Josef Schmid angefangen, weil er sich so darstellen kann."

Weitere harte Urteile von Schmidbauer: Die Oide Wiesn – "eine Zeltstadt", der Stadtrat "entmachtet von der Verwaltung", die Sicherheitspolitik – "es gibt keine aktuelle Bedrohungslage, trotzdem ist die Wiesn eine Festung".

"Wo soll das Oktoberfest 2030 stehen?"

Jetzt fordert er, noch vor der Sommerpause einen interfraktionellen Arbeitskreis einzuberufen, der Themen behandelt, von denen Schmidbauer glaubt, dass sie gehörig schief laufen. Die Umstrukturierungen in Clemens Baumgärtners Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) etwa, wo die Stelle eines juristischen Leiters des Tourismusamtes neu geschaffen werden soll. Näher am Bürger ist Schmidbauer mit seiner Forderung nach einer Strategie zur Weiterentwicklung des Oktoberfestes. Die einfache Frage lautet: "Wo soll das Oktoberfest 2030 stehen?"

Zudem setzt sich Schmidbauer dafür ein, dass das Bewertungssystem der Stadt für Wiesnbeschicker zugunsten der kleinen Zelte verändert wird. Und: Er möchte, dass der Familienplatzl-Biergarten weniger Umsatzpacht zahlt. Derzeit zahlen die Betreiber des Biergartens genauso viel Pacht wie die großen Festzelte, nämlich 7,8 Prozent. "Dabei haben die einen Biergarten und wenn’s regnet, gehen die Leut’ nicht in den Biergarten", sagt Schmidbauer.

Mit seiner Forderung, die Wiesn wieder zum Volksfest zu machen, dürfte Schmidbauer bei den Münchner auf breite Zustimmung stoßen. Bleibt abzuwarten, was die Stadtverwaltung sagt.


Was sagen Sie, liebe Leser: Ist die Wiesn noch traditionell genug? Schreiben Sie uns an leserforum@az-muenchen.de, Stichwort Oktoberfest oder an Abendzeitung München, Leserforum, Garmischer Straße 35, 81373 München

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