Stadtrat beschließt Tunnel durch den Englischen Garten!

Nach langem hin und her gibt es jetzt endlich eine Entscheidung: Der Englische Garten bekommt seinen Tunnel und wird dadurch wiedervereint.
| Felix Müller
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So soll er einmal aussehen: Der Tunnel durch den Englischen Garten.
ho So soll er einmal aussehen: Der Tunnel durch den Englischen Garten.

München - Der Tunnel durch den Englischen Garten würfelt die gewohnten Stadtrats-Mehrheiten munter durcheinander. Das war 2014 so – und ist es immer noch. Damals wollte OB Christian Ude (SPD) den Isarring oberirdisch ausbauen – dann hätte ein Tunnel wohl keine Fördergelder mehr bekommen. Aber eine Koalition aus CSU, FDP und Grünen (mit denen Ude damals regierte) überstimmten ihn. Der Traum vom Tunnel lebte weiter.

Jetzt wird er Wirklichkeit. Am Mittwoch wurde der Bau im Stadtrat beschlossen. Und das wieder in einer ungewöhnlichen Allianz. Normalerweise sind die Verkehrsthemen hart umstritten. Doch gestern stimmten alle für den Bau des 390-Meter-Tunnels. Mit dabei: Udes Nachfolger Dieter Reiter und seine SPD.

Der OB betonte am Rande der Sitzung, dass wirklich alle vom "besonderen Charme" des Projekts überzeugt seien – und der Freistaat inzwischen bereit sei, 35 Millionen Euro zuzuschießen.

Seit Jahren hatte eine kleine Bürgerinitiative um das Schwabinger Architekten-Ehepaar Grub-Lejeune für das Projekt gekämpft – und von Anfang an betont, man werde viele Spenden von Privatleuten und Unternehmen beitragen. Das aber ist keine Voraussetzung mehr, wie Reiter betonte. Die Finanzierung der 120 bis 125 Millionen Euro teuren Röhre sei "gesichert", erklärte er. Reiter sagte trotzdem über mögliche Spenden: "Ein einstelliger Millionenbetrag wäre schön."

Proteste gegen die grüne Röhre gibt es derzeit gar nicht mehr

Im Stadtrat hatte es zuvor keine kontroverse Debatte gegeben. Von der FDP ("großartiges Projekt") bis zur CSU ("ein Beispiel, das den Bürgern Mut machen sollte") lobten alle Parteien sich selbst und das Architekten-Ehepaar. Nur die ÖDP war für die längere Variante (insgesamt 925 Meter, direkter Anschluss an den Biedersteiner Tunnel). Und beim Thema Trambahn war die ungewohnte Einigkeit auch wieder vorbei. SPD und Grüne wollen die Tram durch den Park schon in der Bauzeit des Tunnels rollen sehen. Da machten die Tram-Kritiker der CSU nicht mit. Jetzt wird von einer Planungszeit von sechs Jahren ausgegangen. Reiter versprach den Neuhausern, dass der Landshuter-Allee-Tunnel trotzdem gebaut wird. Ob er zuerst kommt, diese Frage wird aber wohl erst später beantwortet.

"Fantastisch!", rief Tunnel-Initiator Hermann Grub nach der Sitzung ins Telefon. "Den historischen Garten wird es in Gänze wieder geben, die historischen Bäche kommen wieder in den Park!"

Alt-OB Ude hatte 2014 übrigens wilde Proteste von Öko-Verbänden prognostiziert, wenn der Bau beginnt, etwa Baumbesetzungen. Bisher deutet darauf nichts hin. Der Tunnel, so scheint es, hat nur noch Unterstützer.

Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zum Stadtrats-Beschluss: Verwunderliches

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