Stadt will München mit Sperren besser vor Terror schützen

Schutz gegen Terrorismus: Poller, Pflanzenkübel, Betonwellen – eine Studie soll klären, wo in der Stadt bauliche Sperren sinnvoll sein könnten.
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Sie verrichten ruhig ihren Anti-Terror-Dienst: Das Oktoberfest wird bereits mit Pollern und anderen Sperren geschützt.
Andreas Gebert/dpa Sie verrichten ruhig ihren Anti-Terror-Dienst: Das Oktoberfest wird bereits mit Pollern und anderen Sperren geschützt.

München - Die Bilder von den Ramblas hat man noch ziemlich genau vor Augen. Auf der Flaniermeile in Barcelona ist vergangenen August ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast. 13 Menschen starben. Mehr als 100 wurden verletzt.

Ein solches Szenario will man in München mit allen Mitteln verhindern. Der Stadtrat hat am Mittwoch deshalb eine Poller-Studie in Auftrag gegeben. Sicherheitsfachleute sollen klären, wo in München man womöglich mit baulichen Sperren arbeiten könnte, um Anschläge wie den in Barcelona zu verhindern.

Der Stadt geht es dabei vor allem um den Schutz von Massenveranstaltungen und von großen Plätzen. Konkret nennt das Kreisverwaltungsreferat (KVR) in seinem Beschlussvorschlag für den Stadtrat etwa die Christkindlmärkte, Open-Air-Konzerte, aber auch die Fußgängerzone, den Viktualienmarkt oder den Odeonsplatz.

Mülllaster als Sperre?

Die Studie soll klären, an welchem Standort welche Art von Sperre sinnvoll sein könnte. Nicht überall kann man zum Beispiel versenkbare Poller wie die vor der Synagoge am Sankt-Jakobs-Platz installieren. Manchmal verlaufen Kabel oder Leitungen im Boden, manchmal ist im Untergrund schlicht ein U-Bahn-Bauwerk im Weg.

Die Studie soll deshalb verschiedene Varianten durchspielen: Poller, Pflanzenkübel, Betonwellen – aber auch Mülllaster und ähnliche Fahrzeuge aus dem städtischen Fuhrpark kommen theoretisch als Sperre in Frage.

Wie das alles funktionieren könnte, sollen nun die Fachleute untersuchen. "Denn natürlich ist es nicht Aufgabe eines städtischen Müllladers, sich für Anti-Terror-Zwecke einspannen zu lassen", sagt KVR-Chef Thomas Böhle (SPD). Da müsse deshalb nun erst einmal ein sauberes Konzept ausgearbeitet werden, so Böhle.

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht

Eine hundertprozentige Sicherheit wird man aber auch mit dem besten Konzept nicht herstellen können. "Wir können nicht jedes Stadtviertelfest abriegeln", sagt auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Eine Poller-Studie brauche es trotzdem, so der OB, "sonst wird man der aktuellen Lage nicht gerecht".

Auch CSU-Bürgermeister Josef Schmid begrüßt den Stadtrats-Beschluss. "Beim Oktoberfest haben wir mit dem Poller-System und mit den mobilen Sperren gute Erfahrungen gemacht", sagt er. Weitere Investitionen in die Sicherheit der Münchner seien deshalb "nicht nur notwendig, sondern auch geboten", so Schmid.

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