Sportler befragen Münchens Oberbürgermeister-Kandidaten

Die Münchner Sportvereine blicken gespannt auf die Kommunalwahl – sie sehen viele Defizite.
| Emily Engels
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Pia Kraske (links) und Michael Franke von der IG Sport mit Sport-Professorin Stephanie Heinecke von der Fresenius-Hochschule.
Sigi Müller Pia Kraske (links) und Michael Franke von der IG Sport mit Sport-Professorin Stephanie Heinecke von der Fresenius-Hochschule.

München - Sanierungsbedürftige Hallen, das rückläufige Ehrenamt und immer längere Schulzeiten, so dass Kinder dem Vereinssport oft nur noch abends nachgehen können: "Die knapp 700 Sportvereine sehen sich vielen Herausforderungen ausgesetzt", sagt Michael Franke von der Interessensgemeinschaft (IG) Sport. Bei denen seien sie oft auf Unterstützung durch Politik und Stadtverwaltung angewiesen.

"Auch die Sportvereine blicken deshalb mit Spannung auf die Kommunalwahl", sagt Franke. Die IG Sport hat zehn OB-Kandidaten befragt.

Infrastruktur: Sanierungen und Bürgschaft

Vor allem kleinere Vereine ohne eigenen Grundbesitz können oft keine Banksicherheiten stellen. Sanierungs- oder Baumaßnahmen sind schwierig zu realisieren. Pia Kraske, Geschäftsführerin des ESV München, schlägt vor, dass in solchen Fällen die Stadt als Kreditbürge auftritt. Für Tobias Ruff (ÖDP) stellt dies gar "eine Notwendigkeit dar".

Katrin Habenschaden (Grüne) gibt zu bedenken, dass eine solche Bürgschaft "eine Einzelfallentscheidung bleiben wird". OB Dieter Reiter (SPD) glaubt, dass es nur "sehr wenige, kleinere Vereine" seien, "die hier an ihre Grenzen stoßen". Dazu sagt Franke: "Diese Aussage ist ein belegtes Zeugnis dafür, dass der OB zu weit weg vom Thema ist."

Sportvereine: Kooperation mit Schulen

Ganztagsschulen werden mehr und mehr ausgebaut. "Mittelfristig wird die Ganztagsschule die Regel sein", sagt Habenschaden. Kinder und Jugendliche werden also dem Vereinssport noch stärker als heute nur noch abends nachgehen können. Vereine stoßen abends aber eh schon an ihre Kapazitätsgrenzen. Fast alle OB-Kandidaten fordern eine stärkere Verzahnung von Vereinen und Schulen. OB Reiter sagt: "Diese Verzahnung erfolgt seit vielen Jahren durch die Sportarbeitsgemeinschaften zwischen örtlichen Schulen."

Rückläufiges ehrenamtliches Engagement

Eine Sache, die der IG Sport große Sorgen bereitet, ist das rückläufige ehrenamtliche Engagement. Dass es die Ehrenamtskarte, die Vergünstigungen bietet, seit Dezember 2019 in München gibt, schreibt CSU-Kandidatin Kristina Frank ihrer Partei zu. Für Pia Kraske gehen solche Maßnahmen aber nicht weit genug. Eine Forderung ist etwa gratis ÖPNV für Ehrenamtliche. Ruff hält das für "obligatorisch" – nicht nur für Ehrenamtliche, sondern für alle.

Insgesamt gebe es bei allen Kandidaten noch Nachholbedarf, sagt Kraske. Auf www.igsport.de gibt es alle 13 Fragen und Antworten.

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