Sonnenschein bei den Schwarzen

Nur ein Direktmandat kann die CSU in München nicht erobern. Auch Ludwig Spaenle gewinnt schließlich das Duell mit der roten Rivalin.
| Julia Lenders
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CSU-OB-Kandidat Josef Schmid und Kultusminister Ludwig Spaenle am Wahlabend.
CSU-OB-Kandidat Josef Schmid und Kultusminister Ludwig Spaenle am Wahlabend.

München - Ludwig Spaenle hat sich verschanzt. Er sitzt mit Parteifreunden in einem Raum im ersten Stock des Kreisverwaltungsreferats, die Tür ist zu. Das Rennen in seinem Stimmkreis Schwabing ist an diesem Abend knapp. So knapp, dass der Minister wohl erst mal niemanden an seiner Achterbahn der Gefühle teilhaben lassen möchte.

Noch um 20.40 Uhr meldet Spaenles Parteifreund Andreas Lorenz: „Im Augenblick geht er nicht davon aus, dass er gewinnt.“ Da liegt die SPD-Herausforderin Isabell Zacharias rund 2,5 Prozent vorne.

Lorenz selbst, der im Stimmkreis Giesing als Direktkandidat angetreten ist, gibt sich dagegen von vornherein siegesgewiss. Im KVR trifft er auf Florian von Brunn, seinen Kontrahenten von der SPD. Die beiden begrüßen sich mit Handschlag. „Knapp ist es“, sagt Florian von Brunn ganz versöhnlich – er liegt zu diesem Zeitpunkt mal vorne, mal nicht.

Lorenz gibt mit breiter Brust zurück: „Es wird nicht knapp.“ Noch fehlten nämlich die traditionell eher konservativen Briefwähler. Am Schluss behält Lorenz Recht – und gewinnt mit rund vier Prozenten Vorsprung.

Sein Kollege Georg Eisenreich, angetreten im Stimmkreis Hadern (München), strahlt. „Ah, das schaut doch guad aus“, sagt er mit Blick auf sein Ergebnis. „Beim letzten Mal war’s knapper.“ Dann berichtet er noch von seiner vor wenigen Tagen geborenen Tochter, einem echten Wahlkampf-Baby. „Die Kleine ist wirklich ein Sonnenschein.“

Mechthilde Wittmanns Blick ist dagegen eher finster. Die einzige weibliche CSU-Direktkandidatin in München hat es nicht geschafft, das Mandat zu erobern. Und das, wie sie gleich giftet, trotz der „sehr geringen Präsenz meiner Kollegin“. Gemeint ist die SPDlerin Ruth Waldmann, die für die Roten im Stimmkreis Milbertshofen das einzige Direktmandat geholt hat. Voraussichtlich wird aber auch Wittman in den Landtag einziehen – über die Liste.

Zurück zu Spaenle. Am Schluss hat er in Schwabing doch wieder knapp die Nase vorn. Und traut sich auch aus dem CSU-Zimmer im KVR heraus. Sein Fazit: „Schwabing ist einer der spannendsten Stimmkreise.“ Er sei dankbar, dass die Wähler ihm das Mandat zum vierten Mal anvertraut hätten.

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