So (un-)beliebt sind Münchens Stadtpolitiker

Wie die Bürger über den OB, die Fraktions-Chefs und Stadtminister denken, hat das Rathaus per Studie abgefragt.
| Irene Kleber / Lokales
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Beliebter OB: Nach seinem ersten Jahr im Amt kennen vier von fünf Münchnern Dieter Reiter (SPD). Und 83,6 Prozent finden ihn laut der aktuellen Umfrage sympathisch.
dpa Beliebter OB: Nach seinem ersten Jahr im Amt kennen vier von fünf Münchnern Dieter Reiter (SPD). Und 83,6 Prozent finden ihn laut der aktuellen Umfrage sympathisch.

München - Ein Jahr rödelt er nun im Rathaus. Kämpfte für Erzieherinnen und Flüchtlinge, ging gegen Pegida auf die Straße, machte der Verwaltung Beine, zelebrierte Bürger-Sprechstunden und rieb sich mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)  in Sachen Stammstrecke und Konzertsaal.

Für den roten OB Dieter Reiter hat sich’s gelohnt – denn inzwischen, so scheint’s, lieben ihn die Münchner und trauern seinem Vorgänger, dem Bürger-Liebling Christian Ude, nicht mehr nach: Zwei Drittel der Bürger (64 Prozent) sind mit Reiters Politik zufrieden, nur jeder zehnte (10,4 Prozent) mault. Vor allem SPDler und Grüne sind OB-Fans. Und sogar zwei von drei CSUlern klopfen dem OB heimlich zufrieden auf die Schulter.

So jedenfalls lässt sich die jüngste Umfrage des Münchner Instituts für Marktforschung (mifm) unter 400 Münchnern lesen, die das Rathaus in Auftrag gegeben und nun veröffentlicht hat.

Demnach sei die Stadtverwaltung bürgerfreundlicher und das KVR effizienter geworden, ÖPNV, Krankenhausversorgung, Wirtschaftspolitik – alles top, meinen die Befragten. Nachbesserungen wünschen sie sich beim Schulangebot. Miese Noten gibt’s lediglich bei Stadtplanung und Wohnungsbau.

Lesen Sie hier: Dritte Startbahn: Reiter spricht klare Worte

Und Reiter selbst? Räumte vor seinen Stadtpolitiker-Kollegen nicht nur die meisten Punkte für „Bekanntheit“ sondern auch für „Sympathie“ ab.

Auch für seinen Vize, Bürgermeister und Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU), zahlt sich der Fleiß der letzten Monate offenbar aus: In seinem Doppel-Amt ackert er für Münchens junge Kreative, Langzeitarbeitslose, E-Autos und mehr Platz für Münchner auf der Wiesn. Und hat so seit Oktober 2013 (da lief die letzte Umfrage) seinen Bekanntheitsgrad fast verdoppelt (auf 68 Prozent). Und während er vor 19 Monaten noch als eher unsympathisch bewertet wurde, ist er seinem Chef nun – nach der dritten BürgermeisterinChristine Strobl  und dem Grünen Florian Roth – in Sachen Beliebtheit dicht auf den Fersen.

Wenig schmeichelhaft fällt die neue Umfrage dagegen für den SPD-Rathaus-Fraktionschef Alexander Reissl aus: Nur 7,6 Prozent der Befragten kennen das politische Urgestein überhaupt. Damit ist er Schlusslicht unter den Fraktionsführern, noch hinter Johann Altmann (Freie Wähler, 8,3 Prozent), Gülseren Demirel (Grüne, 12,7), Michael Mattar (FDP, 19,1) und Hans Podiuk (CSU), den fast jeder zweite Münchner kennt (44,1). In der Kategorie Beliebtheit allerdings rauscht FDPler Mattar auf den letzten Platz, da liegt Reissl immerhin im Mittelfeld.

 

Und wie steht’s um die Stadtminister?

 

Der bekannteste der elf Münchner Referatsleiter ist Kreisverwaltungs-Chef Wilfried Blume-Beyerle. Mehr als jeder dritte Befragte hat sein Gesicht schon mal gesehen (37,7 Prozent). Und immerhin jeder fünfte kennt auch Stadtbaurätin Elisabeth Merk (21,6 Prozent), die Chefin des Münchner Planungsreferats.

Danach allerdings wird die Luft ziemlich dünn: Nur jeder Zehnte hat schon mal von Brigitte Meier gehört – obwohl sie als Sozialreferentin für Münchens Flüchtlinge, fürs Jugendamt, Sozialwohnungen, Grundsicherung und Sozialhilfe zuständig ist. Allerdings bekommt sie Top-Sympathie-Punkte (die fast an die des OB heranreichen). Womöglich mit ein Grund, warum der Stadtrat ihre Amtszeit verlängern wird.

Lesen Sie hier: Das sagte Dieter Reiter am Sarg von Gerd Käfer

Anders bei Stadtschulrat Rainer Schweppe: Er gehört (mit Elisabeth Merk) zu den unbeliebtesten Stadtministern. Für seine Karriere im Schulreferat spielt das keine Rolle mehr, er muss nächstes Jahr sowieso seinen Schreibtisch räumen. Der Stadtrat, der Schweppe beherzte Lösungen bei den vielen Münchner Schulproblemen nicht mehr zutraut, hat ihn nach nur einer Amtsperiode abserviert.

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