So soll der ÖPNV in München sicherer werden

Taktverdichtungen und einen zeitversetzten Schulbeginn schlagen Grüne und SPD vor, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.
| Christina Hertel
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Wie lässt sich der ÖPNV sicherer gestalten? (Symbolbild)
Wie lässt sich der ÖPNV sicherer gestalten? (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

München - "Hier nicht sitzen" - mit solchen Schildern sind in Italien viele Sitze in Bussen und Bahnen abgeklebt, damit die Fahrgäste genug Abstand halten können und sich nicht mit Corona anstecken.

Solche Schilder hält Grünen-Stadtrat Christian Smolka auch in München für denkbar. Er und seine Partei fordern in einem Antrag die Münchner Verkehrsbetriebe dazu auf, Konzepte zu entwickeln, wie die Auslastung des ÖPNV um zwischen 25 und 50 Prozent reduziert werden könne. Vorstellbar seien Takterhöhungen und ein zeitversetzter Schulbeginn.

Auch ihr Koalitionspartner, die SPD, beantragte am gleichen Tag im Wesentlichen die gleichen Ideen. Jedoch lehnt die SPD Beschränkungen strikt ab.

Reiter erklärt: Darum ist eine Verringerung im ÖPNV nicht möglich

Eine Verringerung der Kapazität führe im öffentlichen Personennahverkehr definitiv zu noch größeren Wartezeiten an den Haltestellen und zu noch größeren Akzeptanz-Problemen bei den Fahrgästen, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SDP). "Ganz zu schweigen von dem Aufwand, der durch eine solche Regelung entstehen würde - beispielsweise müssten wir an allen Haltestellen Personal einsetzen, um den Zugang zu regulieren. Personal, das wir nicht haben."

Dass der ÖPNV noch unattraktiver werde und dass die Münchner Verkehrsbetriebe (MVG) noch weiter in die roten Zahlen rutschen, wolle er mit seinem Antrag auf keinen Fall bezwecken, sagt Grünen-Stadtrat Smolka. Ihm gehe es um eine Verringerung des Fahrgastaufkommens.

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Doch zumindest bei den Taktverdichtungen gibt es Grenzen. Zur Hauptverkehrszeit sind laut MVG schon jetzt alle Fahrzeuge im Einsatz - auch die, die durch die Taktausdünnung nach 20 Uhr frei wurden.

MVG prüft punktuelle Ergänzungen

"Gleichwohl prüfen wir, wo punktuelle Ergänzungen möglich sind", antwortet die MVG auf eine Nachfrage der AZ. Die Forderung nach einem versetzten Schulbeginn unterstützt die MVG allerdings. Sie habe diesen Vorschlag bereits mehrmals unterbreitet. Außerdem kann sich die MVG für eine Idee aus Spanien erwärmen: Dort dürfen Fahrgäste im Bus nicht sprechen. In einem Radio-Interview sprach sich MVG-Chef Ingo Wortmann dafür aus.

Sowohl Grüne als auch SPD fordern die Staatsregierung auf, den ÖPNV durch einen Rettungsschirm zu schützen. Geld könnte die MVG dringend brauchen: 2020 seien Ausfälle von 175 Millionen Euro entstanden. Die Fahrgastzahlen liegen derzeit bei zirka 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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