Silvester-Tradition: Die AZ hat das Blei-Orakel befragt

Es gehört bei vielen zu den liebgewordenen Traditionen an Silvester: das Bleigießen. Schon die alten Römer haben auf diese Art die Zukunft für sich oder andere vorausgesagt.
| Sophie Anfang Lisa Marie Albrecht
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Das Blei schmelzen, ins Wasser werfen und die Form einen Schatten werfen lassen, den man dann interpretiert: Das hat AZ-Redakteurin Anja Perkuhn getan.
Sophie Anfang Das Blei schmelzen, ins Wasser werfen und die Form einen Schatten werfen lassen, den man dann interpretiert: Das hat AZ-Redakteurin Anja Perkuhn getan.

„Molybdomantie“ wird der Brauch altertümlich genannt, was vom griechischen mólybdos „Blei“ und manteia „Wahrsagung“ stammt.

Wahrsagen wollten wir von der AZ heuer auch. Dabei waren wir sicherlich nicht ganz so ernst wie die alten Römer, die das Ganze gar nicht lustig gemeint haben.

Bleigieß-Sets waren schnell besorgt, sodass die AZ-Redakteure fleißig das (giftige) Metall schmelzen, ins Wasser werfen und die entstandenen Formen im Kerzenschein analysieren konnten – nicht für uns, sondern für nationale und internationale Prominenz.

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Herausgekommen sind zwölf Weissagungen und die Erkenntnis: Zwei Stunden lang Blei schmelzen macht einen schwummrigen Kopf. Aber wir haben danach ordentlich gelüftet und die Hände gewaschen.

So wird das neue Jahr für München und Menschen, die hier leben und wirken

Horst Seehofer: Er hätt’s natürlich gern anders und weiterhin die Fäden für alles in der Hand – aber wenn das Schicksal dem CSU-Chef einen Golfschläger präsentiert, sollte er wohl 2017 etwas kürzer treten. (Und das Teil auf gar keinen Fall ungeliebten Kontrahenten über den Kopf ziehen.)

Ingo Wortmann: Eine Oberleitungsstörung haben wir für den neuen MVG-Chef auch gegossen – aber die Schnecke kam gleich danach und macht optisch mehr her. Auch im kommenden Jahr müssen wir uns also in U- und S-Bahnen mit Stammstrecken-Verstopfungen und Verzögerungen auseinandersetzen. Seufz.

 

Toni Roiderer: Oh, oh – eine Sense! Für den Wiesn-Wirt könnte das etwas Böses bedeuten – dachten wir zunächst auch. Dann haben wir nachgeschlagen in der Bleigieß-Interpretations-Sekundärliteratur. Und da steht’s im Kleingedruckten: Bei Gastronomen bedeutet eine Sense: Das Jahr bringt a gmaade Wiesn.

 

 

Ralph Siegel: Dass wir das noch erleben dürfen: eine Quetschn in den Händen von Ralph Siegel! Auch hier ist die Deutung eindeutig: Der Altmeister des Eurovision Songcontest wird wieder ein Lied komponieren für den diesjährigen Wettbewerb. Mit Akkordeon. Und es wird der Siegersong sein.

 

EHC München und FC Bayern Basketball: Die neue gemeinsame Halle wird kommen, so steht es im Blei! Ob es Uli Hoeneß persönlich ist, der sich da vornüber beugt und den ersten Spatenstich tut – schwer zu erkennen. Doch wer sonst sollte es sein als der alte, neue Bayern-Präsident?

München: Ein anatomisch korrektes Herz haben wir gegossen für unsere Landeshauptstadt. Und das kann ja wirklich nur eines bedeuten: Auch wenn sie sich natürlich immerfort verändert, bleibt München im Jahr 2017 weiterhin – genau: eine (Welt-)Stadt mit Herz. In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr auch Ihnen!

 

Was den Promis aus aller Welt blüht

Prinz Harry und Meghan Markle: Eine Frau mit Schleier und Schleppe haben wir gegossen – da braucht es keine großen Interpretationskünste: Der Fünftplatzierte der britischen Thronfolge und die „Suits“-Schauspielerin werden 2017 heiraten.

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Hasan Ismaik: Ein Fisch? Erst haben wir uns gewundert, was das mit der Zukunft des 1860-Investors zu tun haben soll. Aber dann wurde klar: Er und sein Geld wechseln in den Norden zu einem Verein, in dem’s ruhiger zugeht als bei den Löwen – zum HSV.

 

 

Donald Trump: Hier haben wir eine Feder aus den selbstgebauten Flügeln des Ikarus – des Jungen, der zu nah an die Sonne flog und abstürzte. Für den designierten US-Präsidenten heißt das: Übernehmen Sie sich nicht. Wer den Mund zu voll nimmt, den trifft die Realität mitunter sehr hart.

 

Maren Ade: Die Regisseurin kann sich freuen: Ihr Film „Toni Erdmann“ über die Beziehung von Wolfgang und seiner Tochter Ines, einer Karrierefrau, geht ja 2017 für Deutschland ins Rennen um den Oscar – und ist das nicht eindeutig der Kopf eines der Goldjungen in Blei? Aber sicher doch!

 

Helene Fischer: Die Form muss man nicht wortwörtlich verstehen – die Suppenkelle bedeutet nicht, dass die Schlager-Prinzessin sich im nächsten Jahr ausschließlich in der eigenen Küche aufhalten wird. Sondern vielmehr: dass sie wieder einmal aus dem Vollen schöpft.

 

 

 

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