Sepp Krätz verordnet sich Kuschel-Kurs

Nach einer Abmahnung will der Wiesn-Wirt künftig auf Distanz zu seinem Personal gehen, um weiteren Ärger und einen Rauswurf zu vermeiden. Auf dem Frühlingsfest gibt er sich nett.
| Anne Kathrin Koophamel
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Hippodrom-Chef Sepp Krätz setzt sich – wie hier für den AZ-Fotografen - gern auch mal in Szene. Jetzt will er es ruhiger angehen.
dpa Hippodrom-Chef Sepp Krätz setzt sich – wie hier für den AZ-Fotografen - gern auch mal in Szene. Jetzt will er es ruhiger angehen.

Nach einer Abmahnung will der Wiesn-Wirt künftig auf Distanz zu seinem Personal gehen, um weiteren Ärger und einen Rauswurf zu vermeiden. Auf dem Frühlingsfest gibt er sich überaus nett

München - Gerade nochmal gut gegangen: Nach den Prügelvorwürfen gegen Hippodrom-Chef Sepp Krätz auf der vergangenen Wiesn hat der Wirt erneut seine Zulassung für die Wiesn durch den Wirtschaftsausschuss bekommen.

AZ-Meinung: Gelassenheit für den Getriebenen

Zuvor hatte Wiesn-Chef Dieter Reiter ihn abgemahnt und gedroht, dass die Stadt Handgreiflichkeiten gegen Kellner und Bedienungen nicht dulden werde. . Krätz hat zugesagt, sich zu bessern.

Nach Informationen der AZ will Krätz mindestens einen Betriebsführer einstellen. So könnte er sich künftig mehr auf repräsentative Aufgaben konzentrieren – und sein Kontakt zum Personal wird minimiert. Reiter sagte der AZ, Krätz werde „künftig mehr Distanz zu seinem Personal“ halten.

Krätz selbst wollte sich dazu nicht äußern. Aber er weiß, dass er unter Beobachtung steht: Jeder Ausfall, selbst ein harsches Wort, könnte ihm angekreidet werden – dabei ist ein rauer Ton auf der Wiesn oftmals kaum zu vermeiden.

Ist Krätz jetzt geläutert? Auf dem Frühlingsfest, wo er das Mini-Hippodrom betreibt, gibt er sich bemerkenswert ruhig, engagiert, freundlich und charmant – den Gästen, aber auch den Bedienungen gegenüber. Am Abend hilft er Teller und Maßkrüge abzuräumen. Vom impulsiven Wirt überhaupt keine Spur.

Diskussionen gibt es derzeit nicht nur um Krätz, sondern auch um die Wiesn-Zulassung der Vinzenzmurr-Familie Brandl. Die war erst im vergangenen Jahr nach zweijähriger Pause mit einer Stubn auf die Wiesn zurückgekehrt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil bei Vinzenzmurr ungenießbare Fleischreste verwurstet worden sein sollen.

Das Nachsehen hat „Schichtl“ Manfred Schauer: Er wollte seine Wiesn-Wirtschaft hinter dem Hinrichtungstheater um 100 Plätze ausbauen. Genehmigt wurden das aber nicht, wie der Schichtl der AZ erzählt: „Es ist ein bissl demoralisierend. Ich bin Wirt mit Leidenschaft und habe genügend freien Raum.“ Die volle Standmiete zahle er trotzdem. „Das ist, wie wenn Sie einen Bus mit 20 Plätzen mieten und nur zwölf besetzen dürfen.“

 

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