Sepp Krätz plant für die Wiesn 2012

Sollten bis 3. Mai keine Beweise der Steuerfahnder gegen ihn auftauchen, bleibt er Wiesn-Wirt. Gerüchte, wonach er für sein Zelt einen Käufer sucht, bestätigen sich nicht.
| Anne Kathrin Koophamel
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Sepp Krätz möchte weiterhin Wiesnwirt bleiben - und plant für das Jahr 2012
Gregor Feindt 2 Sepp Krätz möchte weiterhin Wiesnwirt bleiben - und plant für das Jahr 2012
Stehaufmännchen: Wiesn-Wirt Sepp Krätz
imago 2 Stehaufmännchen: Wiesn-Wirt Sepp Krätz

Sollten bis 3. Mai keine Beweise der Steuerfahnder gegen ihn auftauchen, bleibt er Wiesn-Wirt. Gerüchte, wonach er für sein Zelt einen Käufer sucht, bestätigen sich nicht.

München -  Der Krimi um Sepp Krätz reißt nicht ab. Gestern ging plötzlich das Gerücht um, der 56-Jährige Wiesnwirt wolle sein Hippodrom verkaufen – und sich vom Oktoberfest zurückziehen. Krätz selbst gab sich darüber erstaunt. „Ich bin überrascht über diese Nachricht, mehr kann ich dazu nicht sagen“, sagte der Promi-Wirt als die AZ ihn am Morgen auf dem Handy erreichte.

Fakt ist: Sepp Krätz hat sich für 2012 auf einen Zeltplatz auf der Theresienwiese ganz regulär beworben (siehe Kasten). Das bestätigte gestern Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid, bei dem alle Anwärter einlaufen. „Er hat sich pünktlich zum 31. Dezember beworben. Wenn es bis 3. Mai keine Beweise der Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung gibt, wird Krätzs Bewerbung normal von der Stadt berücksichtigt.“ Krätz kann allerdings seine Bewerbung zurückziehen. „Er selbst hat das bei uns aber noch nicht gemacht“, sagt Schmid weiter.

Fakt ist aber auch: Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass Krätz sich von der Wiesn zurückzieht. „Das Zelt zu verkaufen, wäre ein kluger Schachzug, um sich aus der Schusslinie zu bringen“, sagt ein Wirt der AZ.

Unter Beschuss steht Krätz seit 16 Monaten. Erst soll er einen Angestellten getreten haben, dann durchsuchten Steuerfahnder dreimal seine Büroräume. Zuletzt wurden sogar die Wohnräume seiner Mutter und seiner Ex-Frau auf den Kopf gestellt. Auch das Büro von Krätz’ Steuerberater wurde durchsucht. Anzeige wurde von der Staatsanwaltschaft bislang nicht gestellt – das Verfahren ist noch am Laufen.

Seit 16 Monaten erstattet der Wiesnwirt dem zuständigen Wirtschaftsreferenten Dieter Reiter regelmäßig Bericht. Ein solches Gespräch soll es in der vorvergangenen Woche wieder gegeben haben. Dabei sei es aber nicht um den Verkauf des Hippodroms gegangen, teilte das Wirtschaftsreferat gestern mit.

„Ich wünsche mir, dass Sepp Krätz endlich in Frieden gelassen wird“, sagte gestern Wirte-Sprecher Toni Roiderer – ein frommer Wunsch: der Rummel hört einfach nicht auf. Die Wiesn-Kollegen sind vom möglichen Verkauf jedenfalls überrascht. „In unseren Sitzungen waren die Probleme oder gar der Verkauf nie ein Thema, nicht mit einem Wort“, sagt ein großer Wiesnwirt.

Krätz gehört das Hippodrom-Zelt seit 1995. Damals kaufte er es „Vinzenzmurr“-Chefin Evi Brandl ab, die Probleme mit dem Fiskus hatte.

Nun scheint Krätz nach Medienberichten sein Zelt für 1,5 Millionen Euro verkaufen zu wollen – eine Summe, die Insider als viel zu niedrig erachten. Ein großes Wiesnzelt samt Inventar koste gut das Doppelte. 2013 soll dieser Besitzer dann das Hippodrom auf der Wiesn weiterführen.

Vor allem Brauereien soll Krätz das Hippodrom angeboten haben, namentlich der Augustiner Brauerei. „Das ist falsch!“, teilte Augustiner-Chef Jannik Inselkammer gestern in einem Schreiben mit. „Tatsache ist, dass es keine Gespräche mit Herrn Krätz über den Kauf des Hippodrom Zeltes gab und wir bis zum heutigen Tag keinen Grund kennen, warum Herr Krätz das Zelt verkaufen müsste.“
 

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