Sechzigs Absturz und die Stadionfrage: Jetzt spricht die Sport-Bürgermeisterin

Eigentlich waren die Vorzeichen so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Gesellschafter der Löwen einig im Bekenntnis zum Standort Giesing, die Stadt-Spitze offen dafür, dass die Löwen ihr altes Stadion in Erbpacht wieder übernehmen. Das Löwen-Präsidium optimistisch, was die Finanzierung eines Ausbaus betrifft. Und in wenigen Tagen sollte auf der Mitgliederversammlung die Gründung einer eigenen Stadiongesellschaft beschlossen werden.
Die Stadt-Politik sah dem Mittwoch entspannt entgegen. Eigentlich
Und nun der Schwarze Mittwoch, der Absturz. Und nichts scheint mehr zu sein, wie es war. Aber was bedeutet das für die Stadionfrage? Vor wenigen Tagen hatten sich in der "SZ" noch Stadtratspolitiker verschiedener Farben ganz lässig gezeigt, man werde das Thema vorantreiben, unabhängig davon, wo die Sechzger die nächste, die eine Saison kicken. Doch ob diese Haltung zu halten ist? So ganz hat schließlich bis zum Mittwoch doch keiner daran geglaubt, dass das Horrorszenarion Wirklichkeit werden würde.
Bemerkenswert zumindest, wie defensiv sich Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) am Mittwochabend in einem ersten Statement äußert. Sie hatte zuletzt stets sehr positiv geklungen, was die Realisierbarkeit eines Ausbaus in Erbpacht betraf.

"Die aktuellen Entwicklungen beim TSV 1860 München stimmen mich traurig", sagte Dietl nun. "Auch ich habe bis zum Schluss gehofft, dass es eine Einigung gibt und die Löwen auch in der kommenden Saison weiter in der 3. Liga spielen können. Nun ist es anders gekommen, als Bürgermeisterin und ganz besonders als Löwen-Fan schmerzt das, man muss es aber akzeptieren."
Zum Stadionprojekt blieb sie sehr, sehr wortkarg. "Was diese Entwicklung für den Stadionausbau bedeutet, werden wir in den kommenden Tagen und Wochen weiter vertrauensvoll mit den Verantwortlichen besprechen. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt dazu noch keine Auskunft geben kann."
Als Alternative gilt, dass die Stadt das Stadion in eigener Hand behält und als Amateurstadion im heutigen Standard (und mit 15.000 Plätzen Kapazität) erhält. Für die Regionalliga wäre das wohl genug. Doch da will kein Löwenfan länger bleiben.
Immerhin: Vor ein paar Wochen hatte Dietl in der AZ bereits angedeutet, dass die Löwen für ihre Entscheidungen beim Stadionausbau mehr Zeit bekommen könnten als bisher stets angekündigt. Vielleicht ist das ja ein Hebel, um das Projekt jetzt nicht zu schnell zu beerdigen. Denn erst mal haben Präsident Gernot Mang und Co. nun wohl ganz andere Baustellen...