Schlimmster Stromausfall seit 20 Jahren legt München lahm

Am Donnerstag ist in weiten Teilen Münchens der Strom ausgefallen. Der Berufsverkehr wurde zeitweise weitgehend lahmgelegt. Die Stadtwerke sprechen vom schlimmsten Ausfall seit 20 Jahren.
| dpa
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Stromausfall in München: Die Stadt war am Donnerstagmorgen weitestgehend lahmgelegt.
AZ 14 Stromausfall in München: Die Stadt war am Donnerstagmorgen weitestgehend lahmgelegt.
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Daniel von Loeper 14 Stromausfall in München: Die Stadt war am Donnerstagmorgen weitestgehend lahmgelegt.
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Licht aus in München: Am Donnerstagmorgen ist in weiten Teilen der bayerischen Landeshauptstadt der Strom ausgefallen. Der Berufsverkehr wurde zeitweise weitgehend lahmgelegt. Die Stadtwerke sprechen vom schlimmsten Ausfall seit 20 Jahren.

München – Der schwerste Stromausfall seit 20 Jahren hat am Donnerstagmorgen weite Teile Münchens lahmgelegt. Um Punkt sieben Uhr ging das Licht in zahlreichen Stadtteilen aus. U-Bahn-, S-Bahn- und Tram-Verkehr kamen zeitweise zum Erliegen, ausgefallene Ampeln sorgten kurzzeitig für Chaos auf den Straßen. Rund eine Stunde dauerte es, bis alle betroffenen Stadtteile wieder versorgt waren, wie die Stadtwerke München (SWM) mitteilten. Nur die Stadt Moosburg, die ebenfalls am SWM-Netz hängt, musste bis nach zehn Uhr auf Strom warten. SWM-Geschäftsführer Stephan Schwarz sprach von einer „ungewöhnlich großen Stromversorgungsstörung“ und dem schwersten Stromausfall seit 1992. „Es ist das halbe Münchner Netz ausgefallen.“

Lesen Sie hier alles zum Stromausfall in München: Bilder und Reaktionen im großen Liveticker zum Nachlesen.

Rund 450 000 Münchner in der südlichen Hälfte des Stadtgebiets waren betroffen. Wie hoch der entstandene Schaden ist, konnten die Stadtwerke zunächst noch nicht beziffern. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) gab zu bedenken: „Bereits ein einstündiger deutschlandweiter Stromausfall an einem Werktag im Winter kann einen wirtschaftlichen Schaden von einer Milliarde Euro verursachen.“ Etwa 1000 Notrufe gingen zwischen sieben und neun Uhr bei der Feuerwehr ein – rund fünfmal soviel wie an einem normalen Morgen. Die Feuerwehrleute mussten Menschen aus steckengebliebenen Aufzügen befreien, Feuermelder sprangen fälschlicherweise an. Als der Strom ausfiel, standen zunächst alle Züge der U-Bahn still, weil es keinen Fahrstrom mehr gab. In einer U-Bahn stadtauswärts mussten die Passagiere rund 45 Minuten lang ausharren, bis die Fahrt weiterging.

Nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) liefen bereits Vorbereitungen für eine Evakuierung. Wie genau es zu dem Ausfall kam, war auch am Donnerstagnachmittag noch nicht abschließend geklärt. Die Stadtwerke vermuten einen technischen Defekt in einem Leitungssystem im Norden von München. „Wir haben es vermutlich mit technischem Versagen zu tun“, sagte der Leiter des SWM-Netzservices, Eduard Bauer. Der Defekt ereignete sich im Bereich einer Anschlussstelle zum Netz von Eon Bayern. Was genau dort geschehen ist, sei aber noch unklar.

„Es wird wahrscheinlich eine Stromspitze gewesen sein“, sagte SWM-Geschäftsführer Stephan Schwarz. Dabei sei dann vermutlich zuviel Strom ins Netz geflossen. Grund dafür könnte unter anderem ein Kurzschluss sein. Das sei aber bislang nur Spekulation. Der mutmaßliche Defekt führte nach SWM-Angaben zu einer Kettenreaktion, in deren Folge auch ein Kabelverschluss im Umspannwerk Bogenhausen explodierte. Im Hauptumspannwerk Föhring sei ein Lichtbogen zu sehen gewesen. Viele Münchner beklagten mangelnde Informationen seitens der Stadtwerke.

Für viele war der Online-Kurznachrichtendienst Twitter die wichtigste Informationsquelle. Bevor die Stadtwerke sich zu Wort meldeten, informierten die Münchner sich gegenseitig per Twitter über den Zustand in ihren Stadtteilen. „Die Kommunikation hätte man vielleicht noch ein bisschen verbessern können“, räumte Schwarz ein.

 

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