Rückkehrende Normalität in Hellabrunn: Was der Tierpark plant

Die Normalität ist zurück im Tierpark, der Bau des neuen Löwengeheges läuft auf Hochtouren. Und der Chef sinniert bereits über den möglichen Nachwuchs.
| Laura Meschede
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Elefantenbaby Otto (neun Monate alt) verbringt seine Zeit am liebsten im Wasser. Er ist momentan eines der beliebtesten Fotomotive des Münchner Tierparks.
Elefantenbaby Otto (neun Monate alt) verbringt seine Zeit am liebsten im Wasser. Er ist momentan eines der beliebtesten Fotomotive des Münchner Tierparks. © Sigi Müller

München - Den Löwen scheint der Nachmittag auch ein bisschen zu heiß zu sein. Sie liegen in der Sonne, die Köpfe auf den Pfoten, und dösen. Nur ein paar Meter entfernt planscht Elefantenbaby Otto im Wasser und noch ein bisschen weiter drücken sich die Pinselohrschweine Marie, Mathilda und Leopold in den Schatten einer Mauer herum. Alles wie früher im Tierpark Hellabrunn.

Im Tierpark Hellabrunn ist von der Pandemie nicht mehr viel zu spüren

Am 1. Mai hat der Tierpark wieder seine Pforten für Besucher geöffnet und abgesehen von ein paar Schildern, die die Besucher ans Händewaschen und die Abstandsregeln ("eine Löwenlänge Abstand") erinnern, ist von der Pandemie nicht mehr viel zu spüren. Tierpark-Chef Rasem Baban ist gut gelaunt. Vergangenes Jahr im Juni hatte er noch vor der pandemiebedingten Insolvenz gewarnt, jetzt präsentiert er die Pläne für den weiteren Umbau des Pinselohrgeheges. An das soll in den nächsten Monaten noch ein Steg angebaut werden, über den die Besucher "fast in das Gehege" laufen können und ein weiterer, der möglichst nahe an den Auermühlbach führt.

Zoo-Chef Rasem Baban hofft durch das neue Löwengehege auf Nachwuchs bei den Raubtieren.
Zoo-Chef Rasem Baban hofft durch das neue Löwengehege auf Nachwuchs bei den Raubtieren. © Sigi Müller

Der Großteil des Geheges wurde bereits in den vergangenen Wochen erneuert. Nötig war das geworden, weil Mathilda, Marie und Leopold "wühlen" zu ihren bevorzugten Aktivitäten zählen, was Boden und Bäume zunehmend in Mitleidenschaft gezogen hatte. "Hier sieht es einfach immer aus wie im Saustall", sagt Baban und lacht. Deshalb wurden kürzlich drei neue Bodenbeläge und Baumumrandungen angebracht - und den Schweinen dabei auch gleich einen Zugang zum Auermühlbach eröffnet.

Auch bei den Pinselohrschweinen Marie, Mathilda und Leopold wurde umgebaut.
Auch bei den Pinselohrschweinen Marie, Mathilda und Leopold wurde umgebaut. © Sigi Müller

So hat der Tierpark Hellabrunn eine Corona-bedingte Insolvenz vermieden

Dass dieser Umbau möglich war und eine Insolvenz nicht mehr zur Debatte steht, liegt auch daran, dass die Stadt München finanziell eingesprungen ist. Bislang hat Hellabrunn aus diesem Grund die Pandemie ganz gut überstanden. Inzwischen dürfen immerhin 8.740 Leute am Tag auf das Gelände. Das ist zwar nicht so viel, wie in pandemiefreien Zeiten, mit bis zu 17.000 Besuchern täglich. Aber es ist um einiges mehr als vergangenes Jahr: 2.000 Besucher am Tag - und massiv fehlende Einnahmen. Baban war damals verzweifelt.

Einige Teilbereiche des Zoos sind aufgrund der Pandemie aber noch geschlossen, wie das Urwaldhaus, das Aquarium und das Elefantenhaus. Für diese Bereiche gebe es, so sagt das eine Sprecherin, noch kein wirtschaftliches Konzept, das sicherstellen könne, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können.

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Geöffnet sind dafür - neben dem gesamten Außenbereich - all jene Areale, in denen eine "Einbahnstraße" möglich ist. So wie die Großvoliere, die optisch an das Olympiastadium erinnert. Etwa 300 Vögel leben darin. Am Rand der Einbahnstraße, die durch die Voliere führt, posiert ein Schwarzstorch wie Germanys Next Topmodel vor Fotografenkameras. "Man muss", sagt Baban, "ein bisschen aufpassen, das man hier nicht auf eine Ente tritt".

Tierpark-Chef Baban denkt über Löwennachwuchs nach

Vor dem Außenbereich des Elefantengeheges stapeln sich die Besucher. Selbst die Vierjährigen kennen schon den Namen von Babyelefant Otto, der dort zum großen Vergnügen der Zuschauer im Wasser planscht. "Schau mal, Mama, Otto kann schwimmen."

Otto nimmt ein Bad.
Otto nimmt ein Bad. © Sigi Müller

Am Allerliebsten haben Besucher Tiere eben, wenn sie noch klein sind. Und vielleicht auch deswegen denkt Baban schon über möglichen Löwennachwuchs nach. Der soll durch deren Umzug nächstes Jahr möglich werden.

Im Dezember 2020 wurde mit dem Bau der neuen Löwenanlage begonnen, die 2.400 qm umfassen soll. Die Löwenbrüder Benny und Max werden dort einziehen. Und: "In der neuen Anlage wird es möglich sein, Löwen zu züchten. Die alte war dafür einfach zu klein", sagt Baban. "Für uns ist das wichtig, weil Löwen vom Aussterben bedroht sind."

Worauf Sie beim Tierpark-Besuch achten müssen

Während der bayerischen Sommerferien bis einschließlich 13. September kommt man in den Tierpark nur mit einem vorab über München Ticket gebuchten Online-Ticket. Karten an der Tageskasse gibt es nicht. Für die Neuaustellung und Verlängerung von Jahreskarten ist von Montag bis Freitag an beiden Eingängen jeweils eine der Kassen geöffnet. Zoo-Besucher müssen sich vor Ort zur Kontaktdatennachverfolgung registrieren. Die FFP2-Maskenpflicht gilt aktuell an den Kassen, in umbauten Räumlichkeiten wie WCs, Service-Centern, etc. oder an stark besuchten Tieranlagen, wo die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden können. Aktuell ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. www.hellabrunn.de

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