Referenten vor Abgang: Personalkarussell im Münchner Rathaus

Vier Referatsleiter werden neu gewählt. Wer gehen muss und wer bleiben darf.
| Christina Hertel
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Im Rathaus wird es bald einige Personalwechsel geben. (Archivbild)
Im Rathaus wird es bald einige Personalwechsel geben. (Archivbild) © imago/Overstreet

München - Auch in München gibt es so etwas wie Minister, nur heißen sie anders. So wie im Bund sind die Münchner Referatsleiter von Sicherheit bis Gesundheit für verschiedene Themen verantwortlich.

Nächsten Sommer werden vier Referatschefs turnusmäßig neugewählt. Doch weil in München so wie auf Bundesebene das Parteibuch entscheidend ist, werden gleich mehrere Chefposten neu besetzt.

Zur Wahl stehen das Personalreferat, das Sozialreferat, das Baureferat und das Kreisverwaltungsreferat (KVR). In ihrem Koalitionsvertrag haben Grüne und SPD genau ausgehandelt, wer für welches Referat das Vorschlagsrecht hat.

Sozialreferentin Schiwy (SPD) soll bleiben

Die SPD darf für das Sozialreferat und das Personalreferat einen Vorschlag machen. Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) soll bleiben.

Münchens Sozialreferentin Dorothee Schiwy. (Archivbild)
Münchens Sozialreferentin Dorothee Schiwy. (Archivbild) © Martin Hangen

Aber im Personalreferat gibt es einen Wechsel. Bis jetzt ist Alexander Dietrich für die 40.000 Mitarbeiter der Stadt verantwortlich – allerdings trat er schon vor fast 30 Jahren in die CSU ein. Die SPD hat deshalb angekündigt, dass sie ihn nicht wiederwählen will.

Alexander Dietrich, Chef des städtischen Personal- und Organisationsreferats, hat seinen Schreibtisch im Rathaus über dem OB-Büro.
Alexander Dietrich, Chef des städtischen Personal- und Organisationsreferats, hat seinen Schreibtisch im Rathaus über dem OB-Büro. © Daniel von Loeper

Stattdessen soll mit Andreas Mickisch ein Sozialdemokrat den Posten bekommen. Der Jurist kennt die Münchner Verwaltung gut: Er arbeitete bereits im Personalreferat, momentan ist er der Stellvertreter im KVR. Dort ist er für Sicherheit und Ordnung verantwortlich.

Dass der derzeitige Personalreferent den Schreibtisch räumen muss, obwohl es keine inhaltliche Kritik an seiner Arbeit gibt, ärgert die CSU. "Es sei ein rein parteipolitisches Manöver", sagt der Münchner CSU-Chef Georg Eisenreich. Ähnlich äußert sich der CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl.

Auch Florian Roth, der Chef der Grünen im Stadtrat, sagt, dass seine Fraktion mit Dietrichs Arbeit zufrieden gewesen sei. Gleichzeitig betont er, dass Referatsleiter eben Stadtminister seien, gewählt auf Zeit und damit beauftragt, bestimmte politische Ziele durchzusetzen.

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KVR-Leiter Böhle (SPD) geht in Rente

Und das wollen auch die Grünen. Sie dürfen laut Koalitionsvertrag neue Chefs für das KVR und das Baureferat vorschlagen. Der bisherige KVR-Leiter Thomas Böhle (SPD) geht in Rente, ebenso wie Rosemarie Hingerl (parteifrei). 2004 wurde sie als erste Frau Chefin des Baureferats.

Thomas Böhle hört als KVR-Leiter auf. (Archivbild)
Thomas Böhle hört als KVR-Leiter auf. (Archivbild) © imago/Martin Müller

Darüber, wen die Grünen in den Chefsessel befördern möchten, äußerte sich Roth nicht. Er verrät bloß: Mit einer "gewissen Wahrscheinlichkeit" werde es eine Frau. Aus Stadtratskreisen ist allerdings zu vernehmen, dass fürs KVR die Verwaltungsjuristin Hanna Sammüller-Gradl (Grüne) in Frage kommt. Sie arbeitet derzeit für die Stadt Freising.

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