Radl-Falle Rosenheimer Straße: SPD kämpft für ihr Konzept

SPD und CSU wollen Fahrstreifen für Radler in der Rosenheimer Straße. Doch ihr Konzept wird als „extrem gefährlich“ kritisiert. Jetzt halten die Politiker dagegen – mit einem Straßen-Vergleich
| Christian Pfaffinger
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SPD-Fraktionschef Alexander Reissl und SPD-Stadträtin Bettina Messinger in der Kapuzinerstraße.
Christian Pfaffinger SPD-Fraktionschef Alexander Reissl und SPD-Stadträtin Bettina Messinger in der Kapuzinerstraße.

München - Alexander Reissl tritt in die Pedale. Sein Blick sagt: Da schaut’s her, hier klappt es doch auch!“ Der Fraktionschef der SPD im Münchner Rathaus ist aufs Radl gestiegen, um zu zeigen: So wie es hier in der Kapuzinerstraße geregelt ist, kann es auch in der Rosenheimer Straße funktionieren.

Die Rosenheimer Straße ist streckenweise sehr gefährlich für Radler. Auf einem Teilstück gibt es weder einen Radlweg noch einen markierten Fahrbahnbereich für Radler. Die müssen sich die Straße mit den Autofahrern teilen – und das auf dieser vierspurigen, vielbefahrenen Strecke: ein hohes Risiko.

Deshalb haben SPD und CSU im Januar einen Vorschlag vorgelegt, wie die Situation entschärft werden könnte: Die vier Fahrbahnen für Autos bleiben, werden aber schmaler. Daran schließen sich anderthalb Meter breite Fahrradstreifen an. Die Gehwege sollen dann bis zu knapp vier Meter breit werden, wovon allerdings etwa zwei Meter teils als Anlieferzone für Geschäfte und für nächtliches Anwohnerparken dienen sollen. Bäume, die weg müssen, werden ersetzt, Taxler bekommen neue Plätze.

Auf den Antrag folgte Kritik. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München, der Bund Naturschutz (BN) München, der FUSS e. V., Green City und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) meldeten sich zu Wort: Die Idee sei ja gut, bloß schlecht umgesetzt.

Man würde damit die Sicherheit der Radler „leichtsinnig aufs Spiel setzen.“ Die Pläne seien extrem gefährlich“ und gar „rechtswidrig“.

Und nicht nur die Radler gaben Kontra. Denn der Antrag würde auch bedeuten, dass Autofahrer und Fußgänger Platz abgeben müssen. Das klingt fair, birgt aber Zündstoff.

„Der Praxistest in der Kapuzinerstraße zeigt: Es geht“

Autofahrer fürchten, dass der Verkehr ins Stocken gerät, wenn die Fahrbahnen schmaler werden. Und Fußgänger haben eben auch gern mehr Platz.

Alexander Reissl ist dennoch überzeugt, dass der Vorschlag von SPD und CSU die beste Lösung ist. In der Kapuzinerstraße sei das Konzept vergleichbar. „Und der Praxistest zeigt: Es geht.“ Er ärgert sich: „Jahrelang sind Verbesserungen gefordert worden. Und jetzt, wo eine Lösung zum Greifen nah ist, wird sie bekämpft.“ Das sei schade und kontraproduktiv.

Derzeit arbeitet das Planungsreferat an einem Entwurf für das Konzept, bis 30. Juni soll der fertig sein. Dann wird im Stadtrat darüber diskutiert.

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