Prozess in München: Mann wirft Böller auf Autofahrer

Ein 53-Jähriger steht in München wegen Herbeiführens einer Explosion vor Gericht.
| John Schneider
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Das Gerichtsgebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II, das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft.
Das Gerichtsgebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II, das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft. © Sven Hoppe/dpa

München - Ob den psychiatrischen Sachverständigen Matthias Hollweg oder die beiden Pflichtverteidiger Stefan Korn und Peter Pospisil - eigentlich lehnt der Mann auf der Anklagebank des Landgerichts (fast) alle ab, die ihm helfen wollen oder sich mit seiner Sache befassen sollen.

Prozess am Landgericht: Wie geht es mit dem Angeklagten weiter?

Dabei könnte Karl T. (53, Name geändert) jede Hilfe gebrauchen, die er kriegen kann. Der 53-Jährige ist derzeit in der Psychiatrie untergebracht. Das Gericht muss entscheiden, ob er für die ihm vorgeworfenen Straftaten verurteilt wird oder aber dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden muss, so wie es die Staatsanwaltschaft fordert.

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Vorgeworfen wird ihm unter anderem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und versuchte Körperverletzung. Am 19. Mai des vergangenen Jahres soll er aus dem Fenster seiner Wohnung gezielt einen sogenannten Kubischen Kanonenschlag (würfelförmiger Böller) auf einen Mann geworfen haben, der bei geöffneter Fahrertür in seinem Auto saß. Dem Mann gelang es rechtzeitig, die Tür zu schließen, so dass er durch die Explosion nicht verletzt wurde.

Angeklagter fiel immer wieder auf

Es ist nicht der einzige Vorwurf der Anklage. Karl T. soll am 11. September 2019 einen Mitarbeiter der Stadt wüst beschimpft haben. Am 3. Dezember 2019 wollte Karl T. Einspruch beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) gegen einen Bußgeldentscheid einlegen. Die Situation eskalierte, es wurde laut im Büro der Sachbearbeiterin. Eine Kollegin kam hinzu und wollte den aufgebrachten Mann beruhigen. Doch das ging gründlich schief. Karl T. bezichtigte die Frau des Voyeurismus und beleidigte sie.

Noch schlimmer erging es einem Passanten, der sich schützend vor eine Mitarbeiterin der Straßenreinigung gestellt hatte. Als diese einen Gehweg reinigte, griff sie der Angeklagte mit Pfefferspray an.

Die Frau konnte sich rechtzeitig abwenden. Der Passant, der ihr helfen wollte, bekam aber Spray ab und erlitt starke Rötungen sowie Schmerzen im Gesicht. Der Prozess wird fortgesetzt.

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