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Proteste in Unterföhring: Frommer Wunsch

AZ-Vize-Chefredakteur Thomas Müller über die Unterföhringer Proteste.
| Thomas Müller
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München - Man kann die Unterföhringer ja verstehen: Erst Jahrzehnte der Steinkohleverfeuerung im HKW Nord (auf Unterföhringer Flur) der Münchner Stadtwerke (800.000 Tonnen pro Jahr). Jetzt die drohende Erdgasverfeuerung bis 2040.

Sie haben es satt, würden das Münchner Monstrum auf ihrem Gemeindegebiet, in dem auch der Münchner Müll verbrannt wird, am liebsten ganz abschalten. Verständlich. Aber leider nur ein frommer Wunsch.

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Fakt ist eben, dass der Block 2 des HKWs stromseitig systemrelevant ist, weshalb die Kohle ja auch nicht 2022 (wie im Bürgerentscheid entschieden) gestrichen wird, sondern erst 2024. Aber auch wärmeseitig liegt ein übergeordneter Bedarf für das Münchner Fernwärmenetz vor: 420 Megawatt können nicht einfach wegdiskutiert werden. Wegdemonstriert ebenfalls nicht.

Wie anders soll diese Energielücke gedeckt werden? Nein, zur Wahrheit in der Energie- und Klimadebatte gehört eben auch, dass Erdgas noch für sehr lange Zeit erstens ein Übergangsenergieträger sein wird und zweitens Gaskraftwerke etwaige Versorgungsschwankungen auch künftig werden ausgleichen müssen. So, wie es ausschaut, auch in Unterföhring.

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