Polizeipräsidium: München sicher wie vor 40 Jahren

Erstmals seit 40 Jahren sinkt die Zahl der Straftaten unter 100.000 – das Präsidium legt dem Stadtrat den neuen Sicherheitsreport vor.
| Ralph Hub
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Wie viel Kriminalität gibt es? Neue Zahlen zeigen, wie verbrecherisch die Stadt wirklich ist
Polizeipräsidium München, Grafik: anf Wie viel Kriminalität gibt es? Neue Zahlen zeigen, wie verbrecherisch die Stadt wirklich ist

München - Zufriedene Gesichter im Polizeipräsidium an der Ettstraße. In puncto Sicherheit hat München seinen Spitzenplatz unter den deutschen Großstädten nicht nur verteidigt. Die Zahl der registrierten Straftaten sank auf das Niveau von vor rund 40 Jahren.

Polizeipräsident Hubertus Andrä legte dem Stadtrat jetzt den neuesten Sicherheitsreport vor. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: München ist sicher, auch wenn das manche Bürger rein subjektiv anders empfinden mögen. Seit dem Jahr 2010 ist laut Polizeistatistik ein Rückgang der Gesamtkriminalität um 11,9 Prozent zu beobachten. Im Langzeitvergleich wurden im Berichtsjahr 2019 insgesamt 13.203 Delikte weniger gemeldet. Gleichzeitig stieg aber die Bevölkerung in der Stadt und im Landkreis deutlich um 170.886 Einwohner oder plus 10,3 Prozent an.

München ist Deutscher Meister in puncto Sicherheit

Wie viel Kriminalität gibt es? Neue Zahlen zeigen, wie verbrecherisch die Stadt wirklich ist
Wie viel Kriminalität gibt es? Neue Zahlen zeigen, wie verbrecherisch die Stadt wirklich ist © Polizeipräsidium München, Grafik: anf

"Trotz stetig steigender Einwohnerzahlen befinden wir uns mit unter 100.000 registrierten Straftaten im Jahr 2019 auf dem Sicherheitsniveau von 1979", heißt es im Sicherheitsreport, den das Präsidium heute offiziell vorstellt. Das entspricht einem Rückgang um 8.773 Fällen, einem Minus von 8,2 Prozent. Auf 100.000 Münchner entfallen somit rein rechnerisch 5.331 Straftaten.

Eine vergleichbar niedrige Kriminalitätsbelastung wurde zuletzt vor 40 Jahren (1979) registriert. Und das, obwohl die Bevölkerung im Präsidialbereich seither um 279.850 Einwohner gestiegen ist. "Zum 44. Mal in Folge ist München als drittgrößte Stadt Deutschlands gegenüber vergleichbaren Großstädten Deutscher Meister in puncto Sicherheit!", so Polizeipräsident Hubertus Andrä gegenüber dem Stadtrat. Der neue Sicherheitsreport sei bemerkenswert, betont OB Dieter Reiter (SPD). Zumal die aktuelle Bilanz kein Ausreißer sei.

Rückgang von Kriminalität: So sicher ist München

Auf einigen Gebieten ist der Rückgang der Kriminalität besonders ausgeprägt. Beispielsweise bei den Wohnungseinbrüchen. Hier belegte die Landeshauptstadt zuletzt einen unrühmlichen Spitzenplatz unter den größeren Städten im Freistaat. 2019 gingen die Zahlen in München um 266 Delikte auf 1.103 zurück, minus 19,4 Prozent.

Besonders schlecht geworden sind die Zeiten für Trickdiebe und Gauner, die sich getarnt als falsche Handwerker oder Ähnliches in fremde Wohnungen einschleichen, um Leute zu bestehlen. Der Rückgang bei Wohnungszugangstrickdiebstahl sank 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 53,6 Prozent (minus 89 Delikte auf aktuell 77 Fälle).

Die Sexualdelikte gingen um 169 Fälle zurück, ein Minus von 11,5 Prozent auf 1.303 Delikte.

Gewaltkriminalität verringert sich um 3,5 Prozent

Die Zahl der sogenannten Rohheitsdelikte lag bei 14.313 und damit um 862 Fälle niedriger (-5,7 Prozent). Das Minus resultiert aus dem Rückgang (-489 Fälle oder -6,2 %) bei einfachen Körperverletzungen. Weiterhin spielt hier Alkohol eine Rolle. Mehr als jeder zweite Verdächtige war betrunken. Die Gewaltkriminalität verringerte sich um 3,5 Prozent oder 141 auf 3.869 Fälle.

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 39 Tötungsdelikte gemeldet, darunter sieben vollendete Tötungsdelikte, in 32 Fällen handelte es sich um Versuche. Bis auf einen versuchten Mord konnten sämtliche Fälle aufgeklärt werden. In 32 der 39 Fälle kamen die Tatverdächtigen aus dem Verwandten oder Bekanntenkreis des Opfers. Alle 46 Tatverdächtigen waren Männer, Tatwaffen waren in 20 Fällen Messer.

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