Pilotystraße, Müllerstraße: Erst streiten, dann sanieren

Die städtischen Häuser in der Müller- und der Pilotystraße führen im Stadtrat zu hitzigen Diskussionen. Jetzt gibt es Lösungen.
| Willi Bock
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Die städtischen Häuser in der Müller- und der Pilotystraße führen im Stadtrat zu hitzigen Diskussionen. Jetzt gibt es Lösungen.

Isarvorstadt - Es war am Mittwoch die letzte Stadtratssitzung vor den Wahlen am 16. März. Und es wurde zu einem großen letzten Schlagabtausch zu den großen Reizthemen im Rathaus: Wohnungsbau und leerstehende städtische Wohnungen. Die große Abrechnung, bei der es am Ende keine Gewinner gab.

„Wohnen – da brennt es unterm Dach“, begann die grüne OB-Kandidatin Sabine Nallinger den ersten Schlagabtausch. Ohne zu erwähnen, dass die Grünen seit 24 Jahren im Rathaus mitregieren. Natürlich habe die unerwartet enorme Zuwanderung den Druck erhöht. Aber die CSU sei auch kein Unschuldslamm: „Sie sind gegen die Nachverdichtung in Gartenstädten.“ Das wolle die CSU nur in alten Stadtvierteln, die heute schon dicht bebaut seien: „Das ist unlauter und unfair.“

Auch der neue SPD-Planungssprecher Christian Amlong schoss sich zur Entlastung auf die CSU ein: „Ihr macht euch unglaubwürdig!“ Der CSU-OB-Kandidat Josef Schmid fordere künftig 10000 neue Wohnungen im Jahr (heute liegt das Ziel bei 7000). Amlong: „Es gab aber in den letzten Jahren keinen Fall, wo die CSU mehr Wohnungen beantragt hat, als im Bebauungsplan vorgesehen waren.“ Die CSU könne „in keinem einzigen Fall nachweisen, wo sie die 10000 Wohnungen bauen will. Im Gegenteil: Bei jedem Einzelfall kann man in allen Himmelsrichtungen nachweisen, dass die Wohnungsbauverhinderer CSU und FDP sind." Die CSU sei bisher „eine reine Investorenpartei“,die erst seit kurzem den Mieterschutz erkannt habe.

Der CSU-Planungs-Guru Walter Zöller konterte in aller Ruhe: „Sie sind ein Meister der Verdrehung von Tatsachen. Die Wohnungspolitik von Rot-Grün war in 23 Jahren beschämend und erfolglos.“

Beschämend waren die beiden Wohnungsfälle, die München seit Monaten ärgern: Die meist seit Jahren leerstehenden Wohnungen in der Müllerstraße und der Pilotystraße.

MÜLLERSTRASSE: Das Anwesen 2 bis 6 wird jetzt in Angriff genommen. Die CSU wollte eine 1,5 Millionen Euro teure „Pinselsanierung. Doch die Mehrheit stimmte für den Vorschlag des Kommunalreferenten Axel Markwardt (SPD): Der kleine Gewerbeteil Nummer 2 und das marode Haus Nummer 4 werden abgerissen und neu aufgebaut. Das größere Wohnhaus Nummer 6 wird generalsaniert. Das kostet 5,1 Millionen Euro. Dadurch werden sechs Wohnungen zusätzlich geschaffen (47 statt heute 28). Der Sportplatz bleibt dabei erhalten.

Die Mieten: Für die Sozialwohnungen indem Komplex zwischen 4,95 und 5,35 Euro pro Quadratmeter. Für die übrigen Wohnungen 8,85 bis 9,25 Euro. „Wer bietet solche Preise in einer sanierten Altbauwohnung in der Altstadt noch?“, fragte Kommunalreferent Markwardt. SPD-Stadträtin und Mietervereinsvorsitzende Beatrix Zurek ahnt: „Für solche Mieten wird uns der Bund der Steuerzahler die Ohren langziehen.“

Die Grünen setzten sich durch mit dem Plan, dass keine Tiefgarage gebaut wird.

PILOTYSTRASSE: Ein noch größerer Streit entbrannte über das seit Jahren fast komplett leer stehende Haus in der Pilotystraße. Nach heftiger Kritik aller Parteien hat das Sozialreferat eine Lösung gefunden, das Haus über ein städtisches Darlehen (560000 Euro) zu modernisieren, ohne Luxusmieten zu verlangen.

Aber: Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel fragte nach, ob zwei Mieter, die ein Rückkehrrecht haben, nachher wirklich als Singles in zusammen 250 Quadratmeter großen Wohnungen einziehen müssten. CSU-Stadtrat Marian Offman legte wieder seine Idee vor, das Haus für rund eine Million zu sanieren – das Konzept der Stadt ist 2,9 Millionen teuer.

Beschlossen ist jetzt: Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag prüft jetzt die teure Sanierungsvariante den den CSU-Vorschlag. Erst danach wird beschlossen,wie das Haus saniert wird.

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