Petition zu Depressionen: Großer Erfolg für Schüler

Die Schüler-Petition zu Depressionen ist erfolgreich: Die Gymnasiasten erreichen, dass sich die Staatsregierung detailliert mit dem Thema befassen muss.
| Nina Job
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Luca Zug (l.) und Alexander Spöri (2.v.l.) mit weiteren Petitions-Unterstützern.
job Luca Zug (l.) und Alexander Spöri (2.v.l.) mit weiteren Petitions-Unterstützern.

München - Wie viel Schüler politisch erreichen können, beweist nicht nur die "Fridays for Future"-Bewegung, die Greta Thunberg angestoßen hat. Eine Schülergruppe aus Taufkirchen war jetzt mit einem anderen ernsten Thema sehr erfolgreich: Die Gymnasiasten haben es geschafft, dass Depressionen bei Schülern künftig in bayerischen Schulen ernster genommen werden.

Am Donnerstag wurde ihre Petition im Bildungsausschuss des Landtags behandelt. Darin fordern die Jugendlichen mehr Hilfsangebote und dass Lehrer bereits in der Ausbildung für Depressionen und Angsterkrankungen sensibilisiert werden. Auch soll das Thema im Unterricht behandelt werden. Mehr als 42.000 Menschen haben die Petition mittlerweile unterschrieben.

Politiker-Lob für Schüler-Petition

Fast 20 Schüler erschienen im Ausschuss – fast alle im Anzug und mit Hemd. Abgeordnete aller Fraktionen waren voll des Lobes für das Engagement der Schüler. Maximilian Deisenhofer (Grüne) sagte: "Die Jugendlichen haben einen wunden Punkt getroffen." Matthias Fischbach (FDP) lobte: "Das war ein Bilderbuchbeispiel für eine Petition."

Einstimmig beschlossen die Abgeordneten, dass die Petition zur Würdigung an die Staatsregierung überwiesen und bis zur Sommerpause ein Konzept erarbeitet wird. Ein echter Erfolg – denn laut Norbert Dünkel (CSU) wurden in den vergangenen acht Jahren nur zwei Prozent der Petitionen angenommen.

Piazolo-Plan reichte den Schülern nicht

Luca Zug, der die Kernaussage der Petition im Ausschuss vorgetragen hatte, sagte hinterher: "Dass wir so weit kommen, hätten wir nicht gedacht." Den 10-Punkte-Plan, den Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) kürzlich vorgestellt hatte, war den Schülern noch nicht weit genug gegangen.

Der 18-jährige Luca gehört zu den Filmemachern "Movie Jam Studios", die einen Film über Depressionen bei Jugendlichen gedreht haben. Mitstreiter Alexander Spöri (18): "Durch die Recherche für den Film ist uns die katastrophale Situation bewusst geworden. Wir haben uns entschlossen, etwas dagegen zu unternehmen." Der Film "Grau ist keine Farbe" wurde bislang vor 500 Zuschauern gezeigt. Luca Zug: "Nach dem Abi kümmern wir uns darum, dass er von noch mehr Menschen gesehen werden kann."

Schüler-Petition zum Mathe-Abi - noch keine Entscheidung 

Noch eine andere Online-Petition ist derzeit höchst brisant: Nach den Mathe-Prüfungen am vergangenen Freitag war wie berichtet Kritik lautgeworden, einige Fragen seien zu kompliziert und die Bearbeitungszeit für manche Aufgaben zu kurz gewesen. Im Internet wurden in mehreren Bundesländern Petitionen mit der Forderung gestartet, dass die Benotung dem Schwierigkeitsgrad angepasst werden soll. Den Ausgangs- und Schwerpunkt bildete dabei Bayern. Allein dort unterschrieben bis Donnerstagnachmittag mehr als 69.000 Unterstützer.

Eine Entscheidung über die möglicherweise zu schwere Abiturprüfung in Mathematik steht in Bayern allerdings noch aus. "Wir rechnen mit Ergebnissen nächste Woche», teilte ein Sprecher des Kultusministeriums am Donnerstag in München auf Anfrage mit. Es würden vorab Ergebnisse der Erstkorrektur an den Schulen abgefragt, "um eine erste vorläufige Einschätzung vornehmen zu können."

Lesen Sie auch: Depression und Leistungsdruck - Es kann auch Schüler treffen

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