Organspende-Skandal – weitere Verdachtsmomente in München

Im Organspende-Skandal sieht das Münchner Klinikum Rechts der Isar neue „Verdachtsmomente auf Richtlinienverstöße“.
| dpa
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München – Das habe eine noch andauernde Prüfung durch eine Task Force ergeben, teilte das Klinikum am Freitag mit. Die eigens eingesetzte Prüfgruppe soll die Lebertransplantationen der vergangenen Jahre intensiv zu untersuchen. Ziel sei eine vollständige Aufklärung von Unregelmäßigkeiten und die Beseitigung erkannter Schwachstellen. Das Krankenhaus will zunächst keine neuen Patienten auf die Warteliste für Lebertransplantationen nehmen. Der Klinik-Vorstand folge damit einer Empfehlung des Aufsichtsratsvorsitzenden – das ist Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP).

Die Patienten, die noch auf der Warteliste stünden, würden aber weiter betreut und - bei entsprechendem Spenderangebot – auch transplantiert, hieß es. Bisher ging es unter anderem um eine Patientin, die aufgrund eines manipulierten Blutwertes vorzeitig operiert worden sein soll. Ferner soll das Krankenhaus alkoholkranke Patienten auf die Warteliste für eine Lebertransplantation genommen haben, obwohl sie eigentlich erst sechs Monate völlig abstinent sein müssen, bevor sie ein Anrecht auf eine Spenderleber haben.

Auch ein todkranker Patient soll noch eine neue Leber erhalten haben, obwohl er zu krank für die Operation gewesen sein soll. Die Neustrukturierung des Lebertransplantationsprogramms werde unter Federführung eines kommissarischen Leiters des Transplantationszentrums zügig fortgesetzt, hieß es am Freitag weiter. Der Aufsichtsrat des Klinikums hatte nach Hinweisen auf Richtlinienverstöße beschlossen, die Transplantationsmedizin in einem eigenständigen Zentrum neu zu organisieren.

 

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