Open-Air-Konzert: Münchner warten seit elf Tagen vergeblich auf Rückbuchung von Becherpfand

Open-Air-Besucher vom Königsplatz Ende August fordern vom Gastronomieanbieter: "Zahlt endlich das Pfandgeld zurück!"
Eva von Steinburg
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Nick Cave live auf der Bühne am 23. August 2026 auf dem Königsplatz in München.
Nick Cave live auf der Bühne am 23. August 2026 auf dem Königsplatz in München. © Jens Niering

Am monumentalen Königsplatz gibt es eine südliche Konzertatmosphäre. Doch: "Was läuft hier schief?" Das fragen sich einige Münchner, die Ende August zwei große Open-Air-Shows am Königsplatz besucht haben.

Fans von Geiger David Garrett (21. August) und von Nick Cave (23. August) warten nun seit zwölf Tagen, beziehungsweise seit zehn Tagen, auf ihre Pfandrückerstattung.

Die AZ-Abonnenten Brigitte und Frank Ebeling hatten ihre David-Garrett-Konzertkarten über die Zeitung gewonnen – und sich bereits letzte Woche um ihr Pfandgeld für einen Becher Saftschorle betrogen gefühlt (AZ berichtete).

Die AZ-Abonnenten Frank und Brigitte Ebeling beim David-Garrett-Konzert am Königsplatz.
Die AZ-Abonnenten Frank und Brigitte Ebeling beim David-Garrett-Konzert am Königsplatz. © privat

Am Dienstag, 1. September, haben sie das Pfandgeld immer noch nicht auf ihrem Konto zurück: "Ich finde das sehr ärgerlich. Ich schaue jeden Tag auf meinem Kontoauszug und frage mich: Was machen die bloß mit dem Geld?", beschwert sich Brigitte Ebeling: "Zahlt endlich das Pfand zurück!", fordert sie.

Es geht um die "seriöse Abwicklung"

Der Frau geht es nicht um die drei Euro. Es geht ihr um eine seriöse Abwicklung des Becherpfands. Die Münchnerin ist gelernte Kauffrau: "Das Kleinvieh kann sich summieren. Sind diese fehlenden Pfand-Rückbuchungen Einzelfälle oder steckt System dahinter?", wundert sie sich.

Das Pfandsystem setzt der Gastro-Dienstleister um

Ihr David-Garrett-Open-Air hatte die Firma Argo Konzerte aus Würzburg veranstaltet. Die wiederum hat die Firma Kegel Impuls Event Service als Dienstleister für das gastronomische Angebot engagiert. "Das Pfandsystem wird vom Gastronomiedienstleister selbst umgesetzt", bestätigt Argo Konzerte der AZ.

Die hohen Preise am Königsplatz ärgern viele Besucher

Viele Open-Air-Besucher der großen Königsplatz-Konzerte sind sowieso über die hohen Preise dort erbost: Das Becherpfand sei "saftig", mit drei Euro pro Plastik-Becher, ein Euro mehr als am Tollwood.

Und der Getränkepreis? Mit 7,50 Euro für 0,5 Liter Apfelschorle und 7,80 Euro für einen Becher Bier sei der "völlig überteuert", findet Brigitte Ebeling: "Man darf ja kein Getränk hineinnehmen. Man ist genötigt, vor Ort zu konsumieren. Auch deshalb sollten die Preise marktüblich sein", findet Brigitte Ebeling. Mit ihrem Mann Frank habe sie festgestellt: "Die Getränkepreise sind wie auf der Wiesn."

Wiesnpreise fürs Bier

Der große Unterschied: "Auf dem Oktoberfest wird man bedient und steht nicht selbst in der Schlange und im Zelt kostet die Blasmusik nichts", kritisiert eine unzufriedene Konzertgängerin die Gastro am Königsplatz gegenüber der AZ.

Schwarzer Pfand-Becher bei Nick Cave am Königsplatz.
Schwarzer Pfand-Becher bei Nick Cave am Königsplatz. © Guido Verstegen

Sicher ist: Über die Firma "Kegel Impuls Event Service" gab es bereits in einer anderen Stadt Beschwerden. Im Juni 2026 sind in Fulda, bei den großen Open-Air-Konzerten am Domplatz mit Peter Maffay, Konzertbesucher vor den Kopf gestoßen worden. Sie haben sich in der Presse beschwert, weil sie ihr Pfand nicht zurückgebucht bekommen hatten. Nach "starken Verzögerungen" (so die Fuldaer Zeitung) erhielten sie erst das Geld für die Becher zurück. "Probleme mit der Bankabwicklung", nannte die Kegel Impuls als Grund.

Frank und Brigitte Ebeling halten die bis jetzt fehlende Pfandrückzahlung für einen "Skandal": "Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn", sagt Brigitte Ebeling.

Die Stadt München bekräftigt gegenüber der AZ, das Kreisverwaltungsreferat (KVR) nimmt die Beschwerden der Konzertbesucher vom Königsplatz ernst. Eine KVR-Sprecherin erklärt: "Der Kauf von Getränken inklusive Pfand ist eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen Betreiber*in und Kundschaft", so die Behörde: "Wir nehmen Ihre Anfrage aber zum Anlass, die Veranstalterin entsprechend dafür zu sensibilisieren."

Kontaktadresse für Beschwerden zur Gutschrift

Münchner Open-Air-Besucher, die jetzt ihre Kontoauszüge kontrollieren, können sich bei Unregelmäßigkeiten beim Pfandeinnehmer melden. Nach den Problemen in Fulda hatte die Kegel Impuls eine Kontakttelefonnummer für Rückfragen zur Gutschrift eingerichtet. Die Mailadresse für Beschwerden ist: info@kegel-impuls.de

"Jeder bekommt sein Geld zurück, auch wenn es dauert", sagt Firmeninhaber Helmut Kegel der AZ am Telefon. Zu einer Stellungnahme zum genauen Grund der fehlenden Pfandrückzahlung bei einigen Münchner Konzertbesuchern ist er am 1. September nicht bereit.

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  • Huldreich vor 5 Stunden / Bewertung:

    Wie üblich! Reine Abzocke bei solchen „Events“ !🤮👹👎🏿👺

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  • Monika1313 vor 5 Stunden / Bewertung:

    Hingehen, kaufen und dann über die Preise meckern. Kauft halt nix dort, dann habt ihr auch keinen Ärger.

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