Schaustellerverband droht nach Umgestaltung von Fahrgeschäften mit Konsequenzen

Umsichtiges Handeln oder "Zwangspinselei"? Die Umgestaltung von Figuren auf dem Oktoberfest schlägt weiter Wellen. Jetzt schaltet sich ein Schaustellerverband ein - und kündigt Konsequenzen an.
AZ/dpa |
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So sehen die Figuren jetzt aus. (Archivbild)
So sehen die Figuren jetzt aus. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

Der Streit um die Umgestaltung von Figuren an Fahrgeschäften auf dem Münchner Oktoberfest spitzt sich zu. Aus Protest gegen Aufforderungen, Frauenfiguren wegen rassistischer und sexistischer Stereotype anders zu gestalten, will ein Teil der Schausteller den traditionellen Wiesn-Rundgang boykottieren.

"Angesichts des Übergriffs wegen angeblich rassistischer Stereotype auf der Fassade des Traditionsfahrgeschäfts "Teufelsrad" sagen wir hiermit unsere Teilnahme ab", heißt es in einem Brief des Bundesverbandes Schausteller und Marktkaufleute an das Münchner Wirtschaftsreferat. Darin ist auch von "Zensurmaßnahmen" und "Zwangspinselei" die Rede. Das Präsidium des Bundesverbandes war nach Angaben von Präsident Patrick Arens von der Stadt zu dem Rundgang eingeladen worden.

Das Schreiben, über das zuvor die Zeitungsgruppe "Münchner Merkur/tz" berichtet hatte, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

"Die Schausteller wehren sich gegen Zensur", heißt es in dem Brief weiter. "Die Gestaltung der Betriebsstätte ist Kernkompetenz des Unternehmers als Träger des wirtschaftlichen Risikos." Nach Angaben von Präsident Arens sind 60 bis 70 Betriebe auf der Wiesn in seinem Verband organisiert. Das macht nur einen Teil der Betriebe aus.

Neuer OB Krause erstmals auf dem Rundgang dabei

Nach Angaben der Stadt wurden 243 Schaustellergeschäfte und 182 Marktkaufleute zum Oktoberfest zugelassen, dazu kommen noch 41 Schaustellerbetriebe auf der Oiden Wiesn, dem traditionellen Teil des Volksfestes.

Der Rundgang, auf den sich das Schreiben bezieht, ist ein traditioneller Termin kurz vor dem Start des Münchner Oktoberfestes. Dabei präsentieren der Oberbürgermeister - in diesem Jahr also erstmals Dominik Krause (Grüne) - und der Wiesn-Chef die Neuheiten auf dem Volksfest.

Das Traditionsgeschäft "Teufelsrad" hatte - nach entsprechenden Hinweisen der städtischen Gleichstellungsstelle - Frauenfiguren über dem Eingang neu gestaltet und züchtiger angezogen. Eine Figur, die vorher nur mit Bikini und Blütenkranz bekleidet war, trägt nun Kleid und Schuhe.

"Man kann es eben auch übertreiben"

Inzwischen stellt allerdings die Stadt selbst die Sinnhaftigkeit dieser Aufforderung infrage. Nicht nur Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) kündigte Gespräche mit der Gleichstellungsstelle über mehr "Augenmaß" an, auch die zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne) sagte: "Man kann es eben auch übertreiben."

Laut Medienberichten ist das "Teufelsrad" nicht das einzige Fahrgeschäft, das zur Umgestaltung aufgefordert wurde. Auch das Fahrgeschäft "Happy Sailor", das in diesem Jahr wieder auf der Wiesn stehen soll, musste demnach Veränderungen an einer Meerjungfrau und einem Kapitän vornehmen.

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16 Kommentare
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  • Gelegenheitsleserin am 07.09.2026 10:55 Uhr / Bewertung:

    Der Schaustellerverband droht mit Konsequenzen.
    Die bestehen darin, dass er die Einladung zum traditionellen Wiesn-Rundgang nicht annimmt.
    Na ja, ...

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  • Huldreich am 04.09.2026 19:44 Uhr / Bewertung:

    Die schönste Zeit in München ist die, wenn dieses „Volksfest“ wieder vorbei ist, juhu!👍👍👍👍

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  • Der wahre tscharlie am 04.09.2026 17:16 Uhr / Bewertung:

    "Die Schausteller wehren sich gegen Zensur", heißt es in dem Brief weiter. "Die Gestaltung der Betriebsstätte ist Kernkompetenz des Unternehmers als Träger des wirtschaftlichen Risikos."

    So sehe ich das auch. Wo kommen wir da hin, wenn die Gleichstellungsstelle den Betreibern vorschreibt, wie ihr Fahrgeschäft auszusehen hat und welche Figuren da stehen dürfen.

    Was mich auch interessieren würde, die Schausteller sind doch in ganz Deutschland unterwegs, gibts diese "Probleme" auch in anderen Städten oder ist das Münchenspezifisch?

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