Wirbel um Wiesn-Plakat 2026: Forderung nach neuem Wettbewerb
Am 6. Februar wurde das Plakat für die Wiesn 2026 vorgestellt. Aus 129 eingereichten Vorschlägen entschied man sich am Ende für den Entwurf des Grafikdesigners Florian Huber aus Kranzberg. Doch kaum war der Siegerentwurf präsentiert, wurden Vorwürfe laut, dass bei der Erstellung auf Künstliche Intelligenz zurückgegriffen wurde.
Sollte sich dies bewahrheiten, wäre es ein klarer Verstoß gegen das Regelwerk. Dort heißt es seit 2024: "Sämtliche künstlerischen oder grafisch üblichen Arbeitstechniken sind möglich. Als Arbeitstechnik gilt ausdrücklich nicht der Einsatz von KI-Bildgeneratoren."

Designer weist Betrugsvorwürfe von sich
Gegenüber der AZ weist Florian Huber die KI-Vorwürfe von sich. Er habe die Jury alle Daten einsehen lassen. Er habe erst eine Ursprungsskizze gemacht und "darauf eine Vektorgrafik gemacht und koloriert", sagt Huber. Er habe keine KI verwendet, "das ist alles noch einmal durchgecheckt worden, auch die Vorentwürfe".
Auch das, für den Wettbewerb verantwortliche, Wirtschaftsreferat bestätigte der AZ auf Anfrage, dass alle Entwürfe "von einem Grafik-Team" überprüft wurden und eine Einsendung, wegen des Verdachts der Verwendung von KI, abgelehnt wurde. Bei der Überprüfung des Siegerentwurfes "haben keine Hinweise auf den Einsatz eines KI-Bildgenerators erkennen lassen", so Maren Kowitz, Sprecherin des RAW zur AZ.
Bei Betrugsfall: Münchner OB-Kandidat will neuen Plakat-Wettbewerb
Nun hat Dirk Höpner, OB-Kandidat der München-Liste, das Thema aufgegriffen und fordert in einem Antrag im Stadtrat die Wiederholung des Motivwettbewerbs für das Oktoberfest-Plakat 2026.

Im Antrag ist zu lesen, dass der Beschluss über die Anerkennung des derzeitigen Siegerentwurfs ausgesetzt wird, bis eine unabhängige, extern fachlich neutral besetzte Prüfung des Verdachts möglicher KI-Nutzung abgeschlossen ist. Für diese Überprüfung soll ein unabhängiger Gutachterinnen-Beirat aus Expertinnen für digitale Bildbearbeitung, Urheberrecht, Design und Wettbewerbsrecht einberufen werden, der unabhängig von städtischen Referaten prüft, ob der betreffende Entwurf dem Reglement entspricht.
Sollten die Experten bei der Überprüfung zu dem Ergebnis kommen, dass beim Siegerentwurf KI zum Einsatz kam, soll der Wettbewerb für das Oktoberfest-Plakat 2026 neu ausgeschrieben bzw. der Preis an den nächsthöheren regelkonformen Entwurf zu vergeben werden.
Zudem fordert Höpner, dass zur Stärkung der Transparenz und Fairness des Wettbewerbs die bisherigen Teilnahme- und Prüfverfahren überarbeitet und öffentlich dokumentiert werden.
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